Copyright: Nickelodeon Movies Prod.
Der SpongeBob Schwammkopf Film
Kinofilme zu TV-Serien stehen vor besonderen Problemen. Einerseits kann man
auf einen festen Stamm an hartnäckigen Fans bauen, die schon fest gebucht werden
können, andererseits gilt es alle anderen davon zu überzeugen, dass man es nicht
nur mit einer überlangen Serienfolge zu tun hat. Die Fans verlangen wiederum, dass
ja nicht zu viel an den Figuren verändert wird, aber beim dem größeren Aufwand
etwas Besonderes herauskommt. Neben der Befriedigung der Erwartungshaltungen
müssen noch
Charaktere eine große Kinoleinwand füllen, die für den kleinen Fernsehschirm
konzipiert wurden. Schließlich müssen sich die Autoren eine Geschichte einfallen
lassen, die 90 Minuten trägt, wo die Autoren
sonst in 20 Minuten ihr Gagfeuerwerk abfackeln können.
Vor diesen Problemen standen auch die Macher der Nickelodeon-Erfolgsserie "Spongebob
Schwammkopf". Der durchgeknallte gelbe Schwamm und die anderen verrückten
Bewohner von Bikini Bottom hatten innerhalb kurzer Zeit einen riesigen Fankreis
um sich geschart, der weit über das übliche Normalmaß kindlicher Begeisterung
hinausgeht. Folglich avancierte auch der Film sofort zum größten Erfolg eines
Nickelodeon-Movies (85 Millionen US Dollar Einspielergebnis; in Deutschland fast
1,5 Millionen Besucher), von denen unter anderem die "Rugrats"-Filme oder "Jimmy
Neutron" schon beachtliche Einnahmen erzielen konnten. Ebenso pilgerten in
Deutschland die jungen und alten Zuschauer in die Kinos und machten sich in
einige Kinos schon mit dem Absingen des Serien-Intros heiß auf das Kommende. Und
die meisten dürften dann vom Film auch nicht enttäuscht gewesen sein, denn er
gab den Leuten, was sie sehen wollten. Aber auch nicht sehr viel mehr, so dass
neue Fans durch den Film nicht unbedingt gewonnen werden konnten, aber dies war
wahrscheinlich auch nicht das Hauptanliegen der Produzenten.
Wie es sich gehört geht es gleich maritim los. Ein Trupp heruntergekommener
Piraten ganz im Stil der "Pirates of the Carribean" und ohne den oftmals
nervenden Freibeuter aus der Serie entdecken eine Truhe mit einem besonders
wertvollen Schatz: Eintrittskarten für den SpongebobFilm. Nun wird den
Serien-Song schmetternd ab ins nächste Kino geschippert. Hier geht es dann als
Trickfilm weiter und gleich in der Traumsequenz wird das langsam etwas
überstrapazierte karikierende Zitieren von Filmklassikern geübt. Filmzitate aus
"Easy Rider", "Findet Nemo" und einiger anderer ziehen sich durch den ganzen
Film und sind nicht immer originell. Etwas dünn kommt auch die gesamte
Geschichte daher, die als Road-Movie angelegt wurde. Und sogar eine moralische
Botschaft trägt sie in sich, die in etwa lautet: Bleib wie du bist und wenn dich
alle für albern halten sei stolz darauf, denn ein kindliches Gemüt zu haben,
ist auch eine Stärke.
Grund für die Suche ist mal wieder der fiese Plankton, der nicht nur die
Geheimformel für den Krabbenburger haben, sondern dieses Mal sogar ganz
Bikini Bottom unterjochen will. Sein Plan geht sogar auf, denn der jähzornige
und eitle König Neptun ist überzeugt, dass Mister Krabs, der Chef der "Krossen
Krabbe" seine Krone geklaut hat. Unterstützt von Neptuns Tochter Mindy macht
sich Spongebob und Patrick auf eine abenteuerliche Suche nach Shell City, bei der nicht nur
gesungen, sondern schließlich sogar das Meer verlassen wird. In der realen Welt droht
in der Hütte eines seeplündernden Tauchers fast der Tod durch Austrocknen. Dank
tränenreichem Abschied gelingt die Flucht, die mit dem inzwischen ziemlich gruselig-gelifteten David Hasselhoff
("Baywatch") fortgesetzt wird. Abschließend gilt es noch Plankton zu besiegen, der inzwischen
alle Bewohner Bikini Bottoms unter seinen Einfluss gebracht hat.
Es ist also einiges los und eine Reihe von Gags werden die Fans des naiven
Schwamms völlig zufrieden stellen. Wer nichts mit der Serie anfangen kann, wird
durch den Film wohl kaum bekehrt werden, denn dafür werden die bekannten Pfade
bizarren Humors
zu wenig verlassen. Zwar hat man mit den Gast-Stimmen von Alec Baldwin und
Scarlett Johansson und dem Kurzauftritt von Hasselhoff einige bekannte, aber
nicht allzu zugkräftige Namen verpflichtet. Aber warum viel Geld für teuere
Stars ausgeben, wenn die Hauptcharaktere die Fans sowieso schon locken?
Trotz gewisser Längen eine nette Überbrückung, wenn die Serienfolgen zum
tausendsten Mal wiederholt werden.
Originaltitel |
The Spongebob Squarepants Movie |
Produktionsfirma |
Paramount Pictures - Nickelodeon Movies |
| Produzenten | Julia Pistor, Stephen Hillenburg |
| Ausführende Produzenten | Albie Hecht; Gina Shay; Derek Drymon |
| Regie | Stephen Hillenburg, Sherm Cohen |
| Vorlage | Stephen Hillenburg |
| Buch | Derek Drymon, Tim Hill, Stephen Hillenburg, Kent Osborne Aaron Springer, Paul Tibbitt |
| Musik | Gregor Narholz |
| Schauspieler | David Hasselhoff |
| Jahr | 2004 |
Länge |
83 Minuten |
| Internetadresse |
http://www.apple.com/trailers/paramount/spongebobsquarepantsmovie/ http://movies.uip.de/spongebob/ |
