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Copyright: Hahn Film

Die Abrafaxe - Unter schwarzer Flagge

Die "Abrafaxe" haben bereits eine lange Comic-Geschichte hinter sich. Die drei abenteuerlustigen Kerle trieben seit 1976 im DDR-Magazin "Mosaik" - dem Micky Maus Heft des Ostens - ihr Unwesen. Ihre ähnlich strukturierten Vorgänger waren die "Digedags".

Westdeutschen Comic-Lesern sagte dies natürlich recht wenig, aber auch die Wende überstand das Heft samt Verlag dank zahlreicher Käufer im Osten und einer Modernisierung der Figuren. Inzwischen erscheint ein monatliches Comic-Magazin, einige Alben und eine Reihe von Zeitungen drucken die Abrafaxe-Abenteuer ab. Selbst außerhalb Deutschland konnte man bereits Fuß fassen. Ein Zeichentrickfilm (den Werbefilm von 1994 zählen wir mal nicht dazu) sollte nun dafür sorgen, die Bekanntheit noch weiter zu steigern. Sogar eine internationale Vermarktung wurde gedacht. Um eine perfekte Lippensynchro hinzukriegen, wurde das Original in Englisch gedreht und nachträglich synchronisiert.

Mit Gerhard Hahn hat ein erfolgreicher Trickfilm-Regisseur das Ruder übernommen und mit rund 12 Millionen Kosten erreicht man zwar nicht die Budget-Ausgaben von Disney oder Dreamworks, aber es ist doch schon ein ordentliches Sümmchen.

Wie in den Comics verschlägt es Abrax, Brabax und Califax in ein Abenteuer, das nicht nur in exotischen Ländern, sondern auch in der Vergangenheit stattfindet. Es ist mal wieder ein komischer Zufall, dass es ausgerechnet ein Piratenschiff in der Karibik des 18. Jahrhunderts sein muss, denn ein anderer kurz zuvor in die Kinos gekommener deutschen Trickfilm - Kommando Störtebeker - dreht sich ebenfalls um Piraten. Außerdem geht es um das Gold des sagenhaften El Dorado - an dem Thema ist ja schon "Dreamworks" gescheitert.

Hier wird jedoch eine ganz andere Geschichte erzählt, bei der man sich viel mehr an reale Personen, Ereignisse und Orte orientiert, ohne jedoch in eine bebilderte Geschichtslektion abzuliefern. Der Film beginnt passend in einem städtischen Museum, wo eine goldenen Aztekenschale aus einem legendären Schatz ausgestellt wird. Als Abrax und Brabax die Schale genauer untersuchen werden sie durch die Zeit auf eine Galeone des spanischen Flottenadmirals Don Archimbaldo de la Cruz geschleudert. Dabei geht allerdings Califax verloren. Gerade als die beiden verbliebenen blinden Passagiere dem nicht gerade besonders hellen Kapitän vorgeführt werden, taucht das Schiff des Furcht erregenden karibischen Piraten Captain Blackbeard auf. Das spanische Schiff wird versenkt und die beiden Freunde getrennt.

Abrax strandet mit Shanty, einem Spanier, dem er zuvor das Leben gerettet hat, auf der Pirateninsel Tortuga, während Brabax von zwei meist besoffenen Kanonieren, Juan und Carlos, aus dem Meer gefischt wird. Hier rudern die drei erstmal einige Zeit im Kreis. Abrafax rettet in der Zwischenzeit einer unbekannten Schönen das Leben. Es stellt sich heraus, dass dies keine geringere ist als die charismatische Piratenkönigin Anne Bonny, Herrscherin auf Tortuga. Sie verbannt Blackbeard wegen dessen riskanten Raubzüge von der Insel.

Auf Tortuga  trifft man dann auch den gemütvollen Califax wieder, der den Piraten gerade ein ziemlich hirnverbranntes Kartenspiel beibringt. Schon bald droht neue Gefahr, denn der auf Rache sinnende Captain Blackbeard hat sich inzwischen mit dem gerade noch versenkten Spanier Admiral Archimbaldo verbunden, um Tortuga einzunehmen. Mit an Bord ist der aufgefischte Brabax.

Der Film beweist einmal mehr, dass deutsche Trickfilme zeichnerisch durchaus mit anderen internationalen Produktionen mithalten können - ohne sich jedoch innovativ zu zeigen. Mit dem "Abrafaxe"-Film verhält es sich genauso. Leider ist die Geschichte ziemlich vorhersehbar und es mangelt an Witz. Es reicht einfach nicht abgehangene Klaumauk-Szenen zu wiederholen und Charaktere zu entwickeln, die ziemlich blass bleiben. Hat man eine interessante Figur wie zum Beispiel Anne Bonny, dann verpasst man ihr die Stimme von Nena - schrecklich. Selbst die drei Abrafaxe wirken wie Randfiguren, die im falschen Film gelandet sind.
Fazit: Bei den ostdeutschen Fans wird der Film ihrer Beliebtheit nicht schaden, aber für den Rest der Welt war der Film ein ziemlicher Flop.

Produktionsfirmen

Hahn Film; Universal; Abrafaxe Spielfilm

Produzent und Art Director

Gerhard Hahn

Ausführender Produzent

Klaus D. Schleiter, Gerhard Hahn

Regie

Gerhard Hahn, Tony Power

Drehbuch

Richard Everett, Thomas Platt, Julius Grützke

Musik

Harry Schnitzler, Karsten Sahling, Arnel Cosca

Titelsong

interpretiert von Nena

Jahr

2001

Länge

81 Minuten

Internetseite

www.abrafaxe.de/

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