
Copyright: TV-Loonland, Super RTL, Gum Studios
Drachenfels (Dragon´s Rock)
Inhalt: Dies ist eine dieser Serien, bei der
voller Begeisterung auf die sensationell-tolle Animationstechnik hingewiesen
wird, die es bisher noch nie in dieser Form gegeben hat. Dabei wird dann
vergessen, dass immer noch gute und witzige Geschichten letztendlich einen
Erfolg ausmachen. So ist es wohl "Drachenfels" ergangen: Schon vor der
Ausstrahlung gab es eine Premiere in Cannes (!), den "Animago-Award"
(!!) und viel Eigenlob vom Sender Super RTL, das Co-Finanzier war. Dann folgten
zwar DVDs (bisher vier), aber nach nur 10 von 26 Folgen verschwand die
CGI-Sitcom sang- und klanglos vom Bildschirm.
Also zunächst zur Technik, die in allen Ankündigungen als Schritt in eine neue
Dimension gefeiert wurde. Tatsächlich war es eine Mischung aus Alt und Neu. Neu
war dabei, dass das professionelle Puppenspiel (von den GUM Studios bekannt
durch "Hallo Deutschland") mittels Computertechnik in Echtzeit
(genannt „Chronomation“) zu einer Trickserie umgewandelt wurde. Jeder Charakter
der Serie wird zunächst als Puppe modelliert, dann digitalisiert und nun können
die virtuellen Kopien mit Datenanzug, Daten-Handschuhen und
Mimikerkennungssoftware gesteuert werden. Erinnert mich an Motion Capturing wie
man es schon zum Beispiel bei "Final Fantasy" oder "Der Polarexpress"
einsetzte.
Herausgekommen ist jedenfalls eine typische Sitcom, die sich um eine
Drachenfamilie dreht. Familienoberhaupt ist Stanley Hopper, der ungewöhnlich
genug für einen Drachen, unter Menschen aufgewachsen ist. Dies und seine eher
friedliebende Natur stempeln ihn unter den rauen männlichen Drachen eher zum
Außenseiter. Menschen dienen in dieser leicht mittelalterlich angehauchten
Parallelwelt als Futter oder wie bei Stanley der sarkastische Ritter Cyril als
Haustier. Eigentliche Herrin des Drachenhaushaltes und Mutter dreier Kinder ist
die aristokratischen Gattin Genevieve. Tochter Zoe, ist im Teenager-Alter und
entsprechend zickig, die Zwillinge Julius und Julia sind sieben Jahre alt,
haben nur Blödsinn im Kopf und zoffen sich gerne mit ihrer älteren Schwester.
Als Art Wachhund, Freund und Ratgeber von Stanley fungiert dann noch eine
Hydra, die dank dreier Köpfe schon mal mit sich selber streitet. Als weitere
Akteure wirken unter anderem die vornehme Nachbarin Marbeline und Zoes Freund Geeds
mit.
Bewertung: Bei der Serie wurde nicht
gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Moderne Technik und ein erfahrenes
internationales Team, das unter anderem schon bei Disney, Don Bluth Studios und
Jim Henson gearbeitet hatte, sollten für einen international vermarktbare
Produktion sorgen. Während TV-Loonland die internationalen Vermarktungsrechte
inne hat, sicherte sich Super RTL auf 21 Jahre (!!!) die deutschen Rechte.
Die Ergebnisse all dieser Bemühungen sind eher schwach. Auf Super RTL war nach
zehn Folgen erst einmal Schluss und im Internet konnte ich nirgends eine Liste
der englischen Titel ausfindig machen, geschweige denn eine eigene Website.
Besondere Spuren scheint die Serie also international auch nicht gerade
hinterlassen zu haben. Mehr Erfolg traute man der Video-/DVD-Vermarktung zu.
Bisher sind neun davon erschienen.
Das könnte unter anderem daran liegen, dass "Drachenfels" wie eine
dürftige Kopie der Henson-Erfolgserie "Die Dinos" wirkt. Einen
liebenswert, unbedarften Familienvater in den Mittelpunkt zu stellen kündet
auch nicht gerade von großer Sitcom-Innovationskraft.
Zwar sind Gesichter und Mimik der Figuren überzeugend, aber eine eher ruckelige
und fast schwerfällig wirkende Bewegungsanimation lassen mich doch sehr
zweifeln, ob die neue Animationstechnik wirklich so revolutionär ist.
Bezeichnend, dass die Firma TEVOX, die dafür verantwortlich war, schon wieder
vom Markt verschwunden ist.
Die Musik erinnert an Kleinkind-Serien Gedudel, der Humor schwankt zwischen
makaber, albern und plump. Die Drehbücher bedienen sich der üblichen
Sitcom-Thematiken und -situationen ohne jede eigene Originalität.
Schade, dass bei all dem betriebenen Aufwand, die Serie so gründlich an die
Wand gefahren wurde.
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Produktionsfirmen |
Gum Studios GmbH; TV-Loonland, Super RTL |
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Produktionsländer |
Irland; Deutschland |
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Produzenten |
Dominique Neudecker; Oliver Schablitzki |
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Ausführende Produzenten |
Peter Völkle; David Ferguson, Susanne Schosser; Stefan Lichter |
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Regie |
Greg Manwaring; Roy Wilson; Jürgen Tombers |
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Idee |
Stefan Lichter |
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Musik |
Abi Lin |
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Jahr |
2004 |
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Zahl der Folgen |
26 Folgen - 10 gesendet |
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Länge |
24 Min. |
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Internetadressen |
Serienguide
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1. |
Das verlorene Ei |
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2. |
Der Rollentausch |
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3. |
Der große Unterschied |
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4. The Legend of Many Cyrils |
Der vierfache Cyril |
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5. |
Babysitter mit drei Köpfen |
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6. |
Ein heißer Tag |
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7. |
Die Drachenscheinprüfung |
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8. |
Ping-Pong, der Unbesiegbare |
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9. |
Die goldene Kammer |
| 10. | Der Geschlechterkrieg |
| 11. | Genevieves Verlobter |
| 12. | Vatertag |
| 13. | Der zweite Ritter |
| 14. | Zehn Knochen |
| 15. | Die Seelenkundler |
| 16. | Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm |
| 17. | Das Seelenwandlerelixier |
| 18. | Die Trutzburg der Verdammten |
| 19. | Der Streik |
| 20. | Ein Vater sieht rot |
| 21. | Die Prüfung |
| 22. | Die Beschwerdewoche |
|
24. The
Legend of Aunt Harriet |
Tante Henriette |
