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Das Dschungelbuch 2
Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber wenn ich mir so einige Trickfilme
von Disney ansehe, hat doch der Zahn der Zeit an manchen ordentliche Spuren
hinterlassen. Sei es, dass die Musik fürchterlich schmalzig und aufdringlich
wirkt oder dass die Figuren und die Story doch arg süßlich geraten sind. Einer
der Filme, bei dem ich dieses Gefühl bisher nicht hatte war "Das Dschungelbuch". Ich
muss zugeben, als Film des Jahrgangs 1967 hat noch nicht so viele Jahre auf dem
Buckel wie beispielsweise "Schneewittchen" (1937) oder
"Bambi" (1942), aber ganz taufrisch ist er nun auch nicht mehr.
Dennoch ist die Geschichte immer noch mitreißend, die Charaktere allesamt
liebenswert und originell und die Music fetzt nach wie vor - und das nicht nur
bei "Probier´s mal mit Gemütlichkeit / The Bear Necesseties".
Es ist wahrscheinlich die Hochachtung vor dem Original, die nun über 35 Jahre
dafür sorgt, dass die Fortsetzung nur wie ein schaler Aufguss wirkt. Einerseits
wollte man bei wenig Produktionskosten ordentlich Geld einstreichen
andererseits fürchtete man den Zorn der vielen Fans zu wecken, wenn man sich zu
sehr an dem Original verging. Leider wurde dabei vom ursprünglichen Plan
abgewichen, die Fortsetzung gleich als DVD/Video auf den Markt zu bringen. Zwar
sind so ebenfalls ordentliche Renditen herauszuholen, aber die Qualitätserwartungen
sind nicht so hoch geschraubt. In Zeiten, in denen Disney jedoch wirtschaftlich
stark angeschlagen ist, muss man jede Chance nutzen, an noch mehr Geld zu
kommen. Also eine mit 20 Millionen Dollar günstig produzierte Videoversion ab
ins Kino, der gute Ruf des Originals wird schon für einige Besucher sorgen.
Diese Rechnung ging tatsächlich auf - insbesondere in Deutschland, wo "Das
Dschungelbuch 2" zielstrebig Platz 1 ansteuerte und über zwei Millionen
Zuschauer anlockte. Und das bei meist harschen Kritiken, die die Neuauflage mit
wenigen Ausnahmen als langweilig und billigen Abklatsch abkanzelten.
Es ist sicherlich löblich das alte Flair mit traditionellem Zeichentrick zu
erhalten, statt alles mit beeindruckender Computeranimation zu überfrachten. Viel
Freude macht auch das Wiedersehen mit den bekannten Charakteren. Musste aber
der Hit "Probier´s mal mit Gemütlichkeit" gleich dreimal verbraten
werden und dafür die neuen Musikstücke um so langweiliger ausfallen? Musste
zudem eine Geschichte erzählt werden, die nur eine müde Variation der ersten
Story darstellt?
Das geregelte Leben im kleinen Dschungeldorf liegt dem Jungen Mogli überhaupt
nicht auch wenn er mit dem Mädchen Shanti und ihrem kleinen Bruder Ranjan gute
Freunde gewonnen hat. Er sehnt sich nach den Freiheiten des wilden Lebens und
seinem besten Kumpel Balu, dem lebensfrohen Bären. Der vermisst ebenfalls
seinen früheren Freund und beschließt deshalb eines Tages ihn aus dem Dorf zu
entführen - was Mogli nur Recht ist. Allerdings macht sich nun Shanti samt
Ranjan und dem übrigen Dorf auf die Suche nach dem vorgeblich verschleppten
Jungen.
Damit nicht genug ist da noch der böse Tiger Shir Khan, der die alte Schmach
rächen will, die ihm einst der Menschenjunge zugefügt hat.
"War also alles schon einmal da, nur eben viel besser" sagen die
Erwachsenen, die das Original unzählige Male gesehen haben. Die jüngeren
Kinogänger werden dagegen mehr Spaß an den Figuren und der dünnen Handlung
haben, wenn sie zum ersten Mal die spannenden und lustigen Abenteuer mit Mogli
erleben.
Und schließlich waren es die Kinder, um die es früher Walt Disney bei seinen
Filmen vor allem ging.
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Originaltitel |
The
Jungle Book II |
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Produktionsfirma |
Walt
Disney Pictures; Disney Toon Studios; Walt Disney Animation Australia |
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Produzent |
Mary
Thorne |
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Regie |
Steve Trenbirth |
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Story |
Carter
Crocker; Tom Rogers u.a. |
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Originalvorlage |
Rudyard Kiplings "Das Dschungelbuch-Moglis Geschichten" |
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Musik |
Lorraine
Feather; Paul Grabowsky; Patrick Griffin; Joel McNeely |
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Jahr |
2003 |
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Länge |
72 Minuten |
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Internet |
