
Copyright Dreamworks
Der Weg nach El Dorado
Der zweite große Zeichentrickfilm aus dem Hause "Dreamworks SKG"
sollte den mäßigen Erfolg des ersten Films "Der Prinz von Ägypten"
noch unterbieten. Diesmal gibt es keinen düsteren alttestamentarischen
Bibelstoff, sondern ein knallbuntes Abenteuer zweier Schlitzohren in "El
Dorado" - der sagenhaften Goldstadt in der neuen Welt. Auch das musikalische
Team sollte für einen Erfolg sorgen: Elton John, Tim Rice und Hans Zimmer haben
schon den "König der Löwen"
musikalisch untermalt. Die Zielsetzung bei "Dreamworks" war also
klar: Man wollte an "Disney" vorbei- oder zumindest gleichziehen.
Aber man scheiterte erneut - und das zurecht.
Versteht mich nicht falsch. Der Film ist nicht wirklich schlecht - das war
"Der Prinz von Ägypten" ja auch nicht - aber in beiden Fällen werden
die Filme den hohen Erwartungen nicht gerecht. Dabei ist der Anfang viel
versprechend.
Die beiden Gauner Tulio (Kevin Klein nachempfunden, der auch das Original
spricht) und Miguel (Kennneth Branagh) schlagen sich mit Gaunereien im Spanien
der Konquistadoren durch. Bei einer turbulenten Verfolgungsjagd landen sie
versehentlich auf dem auslaufenden Schiff des Eroberers Cortez. Vor der Küste
Amerikas gelingt es ihnen mitsamt dem (sehr witzig animierten) Schlachtross
Altivo vom Schiff zu fliehen. Sie machen sich jetzt auf die Suche nach "El
Dorado", denn sie sind im Besitz einer Karte, die den Weg dorthin weist.
Dank eines Zufalls entdecken sie tatsächlich die sagenhafte Stadt, die hinter
einem riesigen Wasserfall verborgen liegt. Hier werden sie als Götter begrüßt.
Bis hierher beste animierte Unterhaltung. Was dann folgt ist leider eine
ziemlich langweilige und sich in die Länge ziehende Geschichte.
Zunächst werden einige weitere Figuren eingeführt. Da ist Chel, ein ultracooles
Eingeborenenmädchen, das in Sachen Frechheit Tulio und Miguel das Wasser reichen
kann und mit ihnen zusammen aus El Dorado fliehen möchte. Zwar ein völlig
unglaubwürdiger Charakter, eher schwarzen Rapperinnen nachempfunden, aber doch
ganz sympathisch. Der Oberhäuptling ist so groß wie breit, zwar ein gutmütiger
Kerl, aber ziemlich langweilig. Sein Gegenspieler ist der machtgierige
Oberpriester Tzekel-Khan, der die Ankunft der weißen Männer für ständige
Menschenopfer ausnutzen will. Selten einen so uninteressanten Schurken wie ihn
gesehen.
Das mag auch daran liegen, dass der Fokus extrem stark auf die beiden Kumpel
und ihr Verhältnis zueinander gerichtet ist. Man wirft ja insbesondere Kenneth
Branagh in seinen Filmen vor, dass er sich zu sehr in den Mittelpunkt stellt.
Genau dies geschieht hier mit Tulio und Miguel - das ist schade und lässt die
Story zusehends in den Hintergrund rücken.
Auch zeichnerisch hat man sich vor allem auf die beiden Protagonisten gestürzt.
Gestik und Mimik sind fast perfekt, dafür hat man die Hintergründe fast null
animiert und alles mit knallbunten Farben zugeklatscht. Nur in einigen Szenen
zum Ende des Films kommt noch einmal Schwung in die Sache und ein Feuerwerk von
Computer animierten Tricks wird abgefackelt: Der spannende Kampf gegen den
Hohenpriester und dem zum Leben erweckten Steinkoloss und die dramatische
Rettung von "El Dorado". Toll wie hier auch das Gold und das Wasser
animiert wurden.
Enttäuschend ist auch die Musik des hoch gelobten Komponistenteams. Statt
südamerikanischem Temperament wird durchschnittlicher Mainstream geboten.
Vielleicht war ja die lange Produktionsdauer von 5 Jahren schuld. In dieser
Zeit wurde die Story mehrfach geändert.
In den USA konnte "El Dorado" an den Kassen nicht überzeugen: Bei 51
Millionen war schon Schluss: Produktionskosten rund 95 Millionen Dollar.
Vielleicht gelingt "Dreamworks" ja mit dem dritten Streich ein echter
Hit.
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Originaltitel |
The Road
to El Dorado |
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Produktionsfirma |
Dreamworks SKG |
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Produzenten |
Bonne Radford; Brooke Breton |
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Regie |
Bibo Bergeron, Will Finn, Jeffrey Katzenberg, Don Paul, David Silverman |
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Drehbuch |
Terry
Rossio; Ted Elliot |
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Musik |
Tim Rice
(Lyrics); Hans Zimmer (Musik); Elton John (Songs) |
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Jahr |
2000 |
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Länge |
90 Minuten |
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Internetadresse |
