
Copyright: Walt Disney Co.
Ferkels großes Abenteuer
Inzwischen ist der kleine Bär und seine Freunde aus dem
Hundert-Morgen-Wald erfolgreicher als Micky Maus. Im lohnenden Geschäft mit
Gläsern, Bettwäsche, Figuren und was sonst noch so alles zum florierenden
Merchandising-Geschäft gehört, spült der verfressene, Honig liebende Winnie Puuh mehr in die leeren Kassen des Disney-Konzerns als es die Figuren aus den
Gründungstagen tun. Über eine Milliarde Dollar pro Jahr sind es schon wert,
ständig Prozesse gegen die Nachkommen des Puuh-Erfinders, dem Schriftsteller A. A. Milne
zu führen, weil sie gerne mehr von diesem großen Kuchen ab hätten.
Der überwältigende Erfolg ist auch der Grund, warum innerhalb von drei
Jahren der zweite Kinofilm mit einem der beliebten Charakteren aus dem
Kinderbuch-klassiker in die Kinos kommt, während neuen Filme mit den
Entenhausenern - trotz dem kommenden 75. Geburtstag von Micky - nicht mal mehr eine
Kino-premiere erleben. Während es im Jahr 2000 noch der springlebendige
Tigger war, der sich auf die Suche nach
seinesgleichen machte, steht nun das schüchterne, kleine rosa Ferkelchen im
Mittelpunkt.
Ferkel ist ein richtiger Angsthase, der zudem nicht gerade besonders groß ist
und deshalb bei vielen Unternehmungen
der anderen - Puuh, Rabbit, Tigger, Kanga, Ruh, I-Aah und der Eule - abseits
steht und
wenig beachtet wird. Ist es tatsächlich einmal Helfer in der Not, wird das von
den anderen prompt nicht so richtig wahrgenommen. Eines Tages hat es davon den Rüssel voll und trabt alleine
in den Hundert-Morgen-Wald, denn ihn wird wohl sowieso keiner vermissen. Das ist
natürlich nicht der Fall!
In dem episodenhaften Film wird für die kleinen Zuschauer bestens gesorgt. Sechs
eingängige Kinderlieder, putzige Zeichnungen und eine kindgerechte Handlung bei
der es um Freundschaft, Toleranz und Solidarität geht. Also keine Überraschungen
in der bonbonfarbenen Kinderwelt, die Disney in den letzten Filmen verlassen
hatte. Persönlich war ich noch nie ein Puuh-Fan und konnte mit den süßlichen
Charakteren nie sehr viel anfangen - aber besonders die jüngeren Zuschauer
werden den Film mögen.
Fortsetzungen sind schon geplant - es gibt da ja noch so manche Figur, die ihr
eigenes "Movie" haben könnte - denn bei vergleichsweise niedrigen
Produktions-aufwand wurde bereits in den USA ein Großteil der Kosten schon
wieder eingespielt.
| Originaltitel | Piglet`s Big Movie |
| Produktionsfirma | Walt Disney Pictures |
| Regie | Francis Glebas |
| Produzent | Michelle Pappalardo-Robinson |
| Drehbuch | Brian Hohlfeld |
| Vorlag | A. A. Milne |
| Musik | Carl Johnson, Carly Simon |
| Jahr | 2003 |
| Länge | 75 Minuten |
| Internetadresse | www.disney.de/DisneyKinofilme/ferkel/ |
