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Der Gigant aus dem All
Die Kritiker waren begeistert (so gab es Preise
bei den "Annie Awards") die Zuschauer blieben dennoch
weg. So lässt sich die Reaktion auf den Film "Iron Giant"
in den USA knapp beschreiben. Leider sah es in Deutschland auch
nicht viel besser aus - weniger als 100.000 Besucher.
Dabei hatte man in Deutschland anders als in den USA, kräftig
Promotion gemacht für einen Film, der ausnahmsweise mal nicht
dem Disney-Erfolgsrezept folgt. Es gibt keine Songs, keine
MacDonalds Menues zum Film und im Vordergrund steht vor allem die Geschichte
und nicht die Effekte. Damit soll hier nicht gegen
die tollen abendfüllenden Disney- oder Pixar-Trickfilme gemotzt werden, aber
es ist dennoch schön auch mal etwas zu sehen, das nicht dem üblichen
Erfolg versprechenden Strickmuster folgt.
Die Geschichte basiert auf einer Novelle von Ted Hughes mit dem Titel "Iron Giant" (1968). Sie inspirierte schon Pete Townshead von den "Who" zu einer Platte, dem dann sogar ein Musical folgte. Townshead wird im Film als ausführender Produzent genannt.
Nun aber zum Film. Es ist das Jahr 1958 und
Amerika befindet sich mitten im Kalten Krieg. Da passiert etwas
ungewöhnliches in der Nähe des Kaffs Rockwell, als urplötzlich
ein Roboter vom Himmel fällt. Der abenteuerlustige neunjährige
Junge Hogarth entdeckt den Giganten im Wald und rettet ihn vor
dem vorzeitigen Ende im Stromwerk. Er freundet sich mit dem
Metall fressenden 15-Meter großen Giganten an und bringt ihn
Sprache und den Unterschied zwischen Gut und Böse bei.
Als der FBI-Schnüffler Kent Mansley von der Regierung auftaucht,
um die seltsamen Unfälle mit angeknabberten Metallteilen zu klären,
findet Hogarth in einem coolen James Dean Verschnitt "Dean"
einen Helfer.
Der Schrottplatz erweist sich hier als ideales Versteck. Die
Situation spitzt sich zu als der paranoide Schnüffler schließlich
doch den Giganten entdeckt und mit der Armee anrückt. Sobald
sich jedoch der Roboter angegriffen fühlt, verwandelt er sich in
eine alles zerstörende Kampfmaschine. Es ist aber schließlich
der Gigant, der Rockwell vor der Atombombe bewahrt.
Nach dem finanziellen Reinfall vom "Gigant aus dem All" steht allerdings zu befürchten, dass "anspruchsvollere" Trickfilme weiter die Ausnahme auf der großen Leinwand bleiben werden.
| Originaltitel | The Iron Giant |
| Produktionsfirma | Warner Brothers, USA |
| Regie | Brad Bird |
| Produzenten | Allison Abbate, Des McAnuff |
| Drehbuch | Tim McCanlies nach dem Roman "Der Eisenmann" von Ted Hughes |
| Musik | Michael Kamen |
| Jahr | 1999 |
| Länge | 86 Minuten |
| Homepage | www.theirongiant.com |
