ice age 2
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Ice Age 2  - Jetzt taut´s

Inzwischen kennt man das ja. Da wurde der erste Film ein großer Kinoerfolg, schon wird an einer Fortsetzung gebastelt. Die Produzenten können mit deutlich mehr Aufmerksamkeit rechnen als bei einem neuen Thema und das Publikum freut sich auf ein Wiedersehen mit vertrauten Charakteren. Natürlich gibt es eine Vielzahl an Beispielen, bei denen die Geschichte schon nach dem ersten Film zu Ende erzählt war und die Fortsetzung nur noch einen faden Aufguss der ersten Geschichte lieferte. Viele Kinogänger von Filmen wie die "Matrix", "Piraten der Karibik" oder "Star Wars" haben da einiges an Enttäuschungen hinter sich gebracht.
Fortsetzungen bei Trickfilmen funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Im Idealfall wird mit dem gleichen Team die Geschichte locker fortgesponnen wie zum Beispiel bei "Shrek" oder "Toy Story" oder man gibt sich mit weniger inspirierten Fortsetzungen zufrieden, die dann schnell auf DVD landen ("Peter Pan 2" oder "Bambi 2" seien hier nur als nicht einmal schlimmste Beispiele genannt).

Nun war der erste Teil von "Ice Age" schon vier Jahre her als dann 2006 endlich die Fortsetzung in die Kinos kam. Eine lange Zeit in unserer schnelllebigen Welt. Aber dank der extrem beliebten Nebenfigur Scrat, der in allerbester Stummfilm-Slapstick Manier versucht, eine Nuss zu ergattern, konnte das Interesse im Vorfeld des Filmes aufrecht erhalten werden. Mit Hilfe kleiner Internetfilmchen, Trailer und Kurzfilmen mit dem unermüdlichen Ur-Eichhörnchen war das Thema "Ice Age" irgendwo doch immer präsent bis schließlich der Film anlief. Als Besonderheit kam in Deutschland noch hinzu, dass Otto mit seiner markanten Stimme wieder die Rolle von Sid spricht. Ein echtes Plus bei der Vermarktung, da er durch Kinoerfolge wie "Die 7 Zwerge" in den letzten Jahren seine Popularität weiter steigern konnte. Prompt wurde der Film in unseren Landen ein größerer kommerzieller Erfolg als in den USA, wo er allerdings die Produzenten mit einem Einspielergebnis von195 Millionen bei geschätzten 80 Millionen Dollar Kosten nicht gerade enttäuscht haben dürfte. In Deutschland avancierte er mit über 8,6 Millionen Zuschauern sogar zum größten Hit des besucherarmen Kinojahres 2006. Weltweit gelang der Sprung unter die Top 30 der erfolgreichsten Filme.

Die wenigsten der Zuschauer dürften enttäuscht aus den Sälen gekommen sein, denn wieder lieferten klasse animierte Eiszeitbewohner witzige Gags in Reihe ab. Als neue Hauptperson kam zum Freundestrio Manfred, dem Mammut, Sid, dem Faultier und Diego, dem Säbelzahntiger noch die Mammutwaise Ellie hinzu, die sich für ein Oppossum hält und von ihren beiden frechen "Brüdern" Crash und Eddie darin bestärkt wird. Eine weibliche Figur, die mich mit ihrer Überdrehtheit an die verrückte Dorie von "Findet Nemo" erinnerte, ohne allerdings ganz das Humorlevel zu erreichen. Die Einführung dieser neuen Figur war allerdings dringend nötig, denn die Geschichte glänzt ansonsten nicht gerade vor Originalität. Floh man im ersten Teil mit einem Menschenkind in gemächlichem Tempo vor den herannahenden Eismassen, flieht man nun in ähnlich gemächlichem Tempo vor dem Tauen des Eises, durch das das geschützte Tal  überflutet zu werden droht. Um die Dramatik etwas zu steigern werden dank der Erwärmung zwei böse Raubfische aufgetaut und drohen insbesondere dem wasserscheuen Säbelahntiger Diego zum Verhängnis zu werden. Hatte man alles so ähnlich schon im ersten Teil und kennt man auch aus anderen Urzeit-Geschichten wie "Disneys Dinosaurier" oder "In einem Land vor unserer Zeit".
Doch die hohe Gagdichte und actionreiche Elemente trösten über schwächere Drehbuch-Momente hinweg und insbesondere die Dodo-Sequenz ist schon den Film wert. Auch Otto gibt dem nervenden Sid wieder das passende stimmliche Profil und sorgt für jede Menge Spaß.

Für die soll eigentlich auch Scrat sorgen, der wiederum in einer Art Parallelhandlung mit der Tücke des Objektes kämpfen muss und nie seine heißbegehrte Eichel zu fassen kriegt. Das ist zwar  ganz unterhaltsam, wird aber immer mehr zum Film im Film, der den eigentlichen Handlungsablauf unnötig zerstückelt und den Fluss der Geschichte arg stört. Man kann sich die Sequenzen schon als Kurzfilmbeiträge auf Festivals, DVDs oder im Internet vorstellen. Etwas weniger Scrat und mehr Augenmerk auf die Hauptgeschichte hätten mir besser gefallen, aber die Mehrheit kann wohl von dem felligen Pechvogel nicht genug bekommen.

Mich konnte der Film insgesamt nicht mehr ganz so vom Hocker reißen wie der erste Teil, aber er bietet noch immer überdurchschnittliche Animationskost. Bitte aber bei einem möglichen Teil 3 nicht so sehr auf die Wirkung von Scrat verlassen. Was soll allerdings jetzt nach Beginn der Eiszeit und Ende der Eiszeit als nächstes kommen - die Antike?

Originaltitel

Ice Age: The Meltdown

Produktionsfirma

20th Century Fox; Blue Sky Studios

Produzent

Lori Forte

Ausführende Produzenten Christopher Meledandri; Chris Wedge

Regie

Carlos Saldanha

Story/Drehbuch

Peter Gaulke; Garry Swallow; Sean M. Murphy; Jon Vitti

Musik

John Powell 

Jahr

2006

Länge

80 Minuten

Internetadresse

microsites2.foxinternational.com/de/iceage2/

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