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Der König der Löwen

Die Renaissance der Disney-Trickfilme in den 90ern, eingeleitet von "Arielle", "Die Schöne und das Biest" und "Aladdin" erreichte mit diesem Film seinen bisher unerreichten (finaziellen) Höhepunkt. Über 313 Millionen Dollar spielte der "König der Löwen" allein in den USA ein - weltweit rund 770 Millionen (mit Lizenzen über 1 Milliarde!) Dollar- und ist damit bis heute der erfolgreichste Trickfilm aller Zeiten. Die stolzen 100 Millionen Dollar Produktionskosten konnten also locker wieder hereingeholt werden. Ich persönlich finde den Film zwar auch sehr gut, habe aber nie so ganz verstanden, warum es gerade dieser Film aus dem Hause "Disney" war, der so ein gigantischer Erfolg wurde. Die deutsche Kritik war seinerzeit übrigens auch durchaus gespalten.

Erzählt wird eine Tiergeschichte aus den Savannen Afrikas, in der es um Intrigen, Tragik, Komik, Liebe, also den ewigen "Kreis des Lebens" geht ("The Circle of Life" wie Elton John so schön singt). Vielleicht machte es diese Mischung, die uns ja auch immer wieder in große Hollywood-Filme treibt, den Erfolg diese Trickfilms aus.
Zu Beginn des Films wird der kleine Löwe Simba, der Sohn von Sarabi und Mufasa, den Tieren der Savanne als künftiger Herrscher vorgestellt. Nur Scar, der verschlagene Bruder des Königs, ist wenig erbaut, so die Thronfolge verloren zu haben. Sein Ziel ist es von nun an, die Macht an sich zu reißen.
Tatsächlich gehen seine finsteren Pläne auf. Zuerst lockt er Simba in eine Falle und als sein Vater versucht ihn in einer packend inszenierten Aktion zu retten, stirbt Mufasa auf tragische Weise. Simba gibt sich die Schuld am Tod seines Vaters und verläßt sein Reich. Der Weg ist frei für Scar und seine finsteren Helfer, den Hyänen - toll gesprochen u.a. von Hella von Sinnen - eine Schreckensherrschaft zu errichten. Simba trifft dagegen im Dschungel auf das seltsame Freundespaar Timon und Pumbaa, die hier dem genussvollen Leben des "Hakuna Matata" (Lebe sorglos!) frönen. Hier hat man sich natürlich hemmungslos beim anderen Disney-Dschungelklassiker "
Das Dschungelbuch" bedient (Balu, der Bär).
So geht einige Zeit ins Land und es ist nur der zufälligen Begegnung mit seiner früheren Spielgefährtin Nala zu verdanken, daß Simba sich nicht für immer dem Lotterleben hingibt. Mit seinen Freunden macht Simba sich auf, sein Schicksal zu erfüllen und das "geweihte Reich" wieder zu erobern und den Tod seines Vaters zu rächen.
Könnte fast die Story von "Ben Hur" oder so sein, nicht wahr? Jedenfalls hat man sich bei der Animation und dem Charakterdesign der Tiere (meist traditionelle Animation mit einigen computergenerierten Parts) viel Mühe gegeben. Die Songs sind typisch Disney und fast schon tradionsgemäß gab es für den Song "Can You Feel the Love Tonight" (Elton John/Tim Rice) und für Hans Zimmers (ein deutscher Filmkomponist) Filmmusik je einen Oscar.
Der riesige Erfolg schwemmte eine Reihe von Produkten auf den Markt. Natürlich gab es jede Menge Merchandising-Artikel, aber auch ein Musical, eine
TV-Serie, 1998 den Videofilm "Der König der Löwen 2: Simbas Königreich" und man kann jede Menge Websites (eigener Webring) zum Film finden.

Noch einige kleine Anekdoten zum Fim: In Japan gab es zunächst einige Irritationen, denn man sah einige Paralellen zur klassischen Serie "Kimba, der weiße Löwe": Simba = Kimba, ein Baboon als Schamane, ein böser Onkel hier Claw, dort Scar, Hyänen als Handlanger.
Es gibt auch wieder einen kleinen, optischen Gag zu finden: Einer der Käfer, die Timon aus einem Astloch puhlt, trägt Micky Maus Ohren.

In Zukunft muß sich jeder Trickfilm am Erfolg des "König der Löwen" messen lassen. Jeffrey Katzenberg, der seinerzeit für die Trickproduktion bei Disney verantwortlich war, verließ schließlich den Konzern mit der Maus und wurde Mitbegründer von "Dreamworks SKG".

Originaltitel The Lion King
Produktionsfirma Walt Disney Productions
Produzenten Don Hahn
Ausführende Produzenten Sarah McArthur; Thomas Schumacher
Regie Roger Allers; Rob Minkoff
Drehbuch Irene Mecchi; Jonathan Roberts; Linda Woolverton
Musik Hans Zimmer (Score), Elton John, Tim Rice (Songs)
Jahr 1994
Länge 88 Minuten
Internet www.lionking.org
www.thelionking.net/index.htm

 

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