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Momo

Wie schon 2001 startete das neue Trickfilmjahr 2002 mit einer europäischen Produktion. War es im Vorjahr "Pettersson und Findus" so diente mit Michael Endes "Momo" ebenfalls ein erfolgreiches Kinderbuch als Vorlage. Da hören dann allerdings schon die Gemeinsamkeiten auf. Denn während die liebevoll gezeichneten Abenteuer des schrulligen Alten und seiner Katze ein großer Erfolg wurden, bietet dieser Film nur mittelmäßige Animation und fiel in den Kinos durch. Es ist schon Ironie, dass "Pettersson und Findus" mit der Zusammenfassung von bereits im Fernsehen gelaufenen Episoden auch im Kino überzeugen konnte. Bei "Momo" hingegen hat man den Verdacht, ein TV-Special hätte sich auf die große Leinwand verirrt.

Bisherige Trickversionen von Endes Bücher kamen bisher tatsächlich nur als TV-Serien auf den Markt: "Die unendliche Geschichte", "Jim Knopf" und "Der Wunschpunsch". Jetzt also Momo als abendfüllender Kinofilm - trotz oder wegen (?) des schon tollen Kino-Realfims?
Es ist schon schwer genug, an eine so gelungene Realverfilmung wie der aus dem Jahre1985 heranzukommen. Man erleichtert sich die Sache nicht unbedingt, wenn man der ursprünglichen Geschichte nichts Großartiges hinzuzufügen weiss und dies dann noch schwach in Szene setzt. Für diejenigen, die die Geschichte noch nicht kennen sollten, kurz der Inhalt:

Das kleine Waisenmädchen Momo ist dazu ausersehen, die seltsamen "Grauen Herren" zu bekämpfen, die in einem friedlichen, italienischen Dorf auftauchen und den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes die Zeit stehlen. Die zigarrerauchenden Geschäftsleute überreden die Menschen nach dem Motto "Gesparte Zeit ist doppelte Zeit", ihre Lebenszeit auf ein Zeitkonto einzuzahlen. Während ringsherum alles immer besessener versucht, Zeit zu sparen und so alles zunehmend grauer wird, sucht Momo nach einem Ausweg. Dabei hilft ihr die weise Schildkröte Kassiopeia, indem sie ihr den Weg zum Meister Hora weist. Er ist Hüter und Verwalter der menschlichen Zeit. Von ihm wird das Mädchen nun auf ihre große Aufgabe vorbereitet.

Als Momo nach einem Jahr zurückkehrt, hat sich bereits alles verändert. Keiner hat mehr Zeit für den anderen und eilt rast- und herzlos umher. Der "grauen Herren" wollen nun auch "Momo" in Besitz nehmen und von ihr den Weg zu Meister Hora wissen.
Zwar wurde der Schauplatz der Geschichte nach Italien verlegt und einige Modernisierungen vorgenommen - auch die Musik von Gianna Naninni ist nicht gerade Ende-typisch - aber die wesentlichen Handlungsstränge blieben erhalten. Das alles wäre zu akzeptieren, wenn man durch den Trickfilm die Kinder wieder an das schöne Buch herangeführt hätte, aber das müsste bitteschön doch mit mehr Liebe zum Detail geschehen. So kann man weiterhin auf den Realfilm verweisen und wird den Trickfilm bald da sehen, wo er hingehört: Auf dem Fernsehbildschirm als Video, DVD oder vom Fernsehsender Ihres Vertrauens.
 

Produktionsfirmen

Deutsch-italienische Produktion von TFC Trickompany; Taurus Film, Laterna Magica; Cecchi Gori Group

Produzent

Vittorio Cecchi Gori

Ausführende Produzenten

Bruno Altissimi; Claudio Saraceni; Michael Schaak

Regie

Enzo d´Alò

Drehbuch

Enzo d´Alò; Umberto Marino

Vorlage

Michael Ende

Musik

Gianna Naninni

Jahr

2002

Länge

86 Min

 

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