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Jimmy Neutron - der mutige Erfinder
Als im Jahr 2002 zum ersten Mal der "Oscar" für
den besten animierten Langfilm vergeben wurde, gab es unter den drei zuletzt
nominierten Filmen eine wirklich große Überraschung für die
Experten. Auf der Liste tauchte mit "Jimmy Neutron" ein Kinderfilm
des Senders "Nickelodeon auf, der in den USA durchschnittliche Kritiken
bekommen und ganz gut Kasse gemacht hatte (rund 80 Mio. Dollar bei geschätzten
25 Mio. Dollar Produktionskosten), aber ansonsten nicht besonders aufgefallen
war.
Mit dem "Oscar" wurde es dann erwartungsgemäß nichts, aber
die Produzenten waren mit dem Erfolg so zufrieden, dass jetzt schon von einer
Fortsetzung die Rede ist. Bereits im Kasten war zu diesem Zeitpunkt aber schon
die Serie zum Film, denn die Langversion sollte den Kids vor allem Appetit auf
einen neuen "Nickelodeon"-Star machen.
Wieder einmal wird 3D-Computeranimation geboten. Der Stil ist bonbonfarben knallig bunt und erinnert damit mehr an "Monster AG" als an "Shrek". Den Monstern aus der Pixar-Schmiede ist man auch in der Zielsetzung des Filmes näher. Man will Unterhaltung für die ganze Familie bieten: Allerdings ist doch eher ein Film für die jüngeren Zuschauer daraus geworden als für die ganze Familie. Das alles ist zudem tricktechnisch nicht unbedingt auf der Höhe der Zeit - hier dachte man wohl schon mehr an die kommende TV-Serie. Die Kritik bemängelt aber auch die etwas schwache Story, die nur mäßig witzig daherkommt. Das Jammern über eine hemmungslose Vermarktungsmaschinerie ist obligatorisch, aber schließlich müssen die Kosten ja wieder hereinkommen.
Im Mittelpunkt steht Jimmy Neutron, ein Junge der nicht nur große Kulleraugen
sein eigen nennt, sondern auch ein begnadeter Erfinder ist - gelegentliche Fehlschläge
gehören da wohl dazu. Seine Erfindungen, zu denen auch ein treuer Roboterhund
gehört, werden von Eltern und den Bewohnern von Retroville nicht besonders
ernst genommen - auch das ist ein Motiv, das nicht gerade neu ist. Aber der
Tag kommt, an dem die wahren Fähigkeiten des kleinen Genies gebraucht werden.
Dieser Tag ist da, als alle Eltern in Retroville von Aliens entführt werden.
Zunächst finden die meisten Kinder es klasse, endlich von den Vorschriften
und Vorhaltungen der Erwachsenen befreit zu sein. Doch schon am nächsten
Tag vermissen die Sprösslinge ihre Erziehungsberechtigten. Und wer,
wenn nicht Jimmy Neutron und einige Freunde sind die richtigen, sie wieder aus
dem Weltall auf die gute, alte Erde zurückzuholen. Das wird auch Zeit,
denn gequält mit dem "Ententanz", sollen sie an eine geflügelte
Göttin verfüttert werden.
Insgesamt ein Film, der die Kinder in den Mittelpunkt stellt und die Erwachsenen ziemlich alt aussehen lässt. So werden wahrscheinlich nur Kinder unter 10 Jahren Jimmy richtig cool finden und bei diesem Film auf ihre Kosten kommen. Und wer das Geld an der Kinokasse sparen möchte, kann sich immer noch die Serie im Fernsehen anschauen.
Originaltitel |
Jimmy Neutron: Boy Genius |
Produktionsfirmen |
DNA Productions; O Entertainment; Nickelodeon Movies |
Produzenten |
Albie Hecht, John A. Davis, Steve Oedekerk, Gina Shay, Paul Marshal |
Regie |
John A. Davis |
Drehbuch |
John A. Davis; Steve Oedekerk |
Musik |
John Debney |
Jahr |
2001 |
Länge |
83 Minuten |
Internetadressen |
www.nick.com/all_nick/movies/jimmy_ |
