Nightmare before Christmas Filmplakat
Copyright:
Touchstone Pictures, Skellington Productions Inc.

The Nightmare before Christmas

Der Regisseur Tim Burton ist eines der Beispiele, dass in Hollywood auch Platz ist für Künstler, die ihren ganz eigenen Weg gehen - dies wohl aber auch nur, weil sie damit sehr erfolgreich sind. Schon in seinen frühen Filmen "Beetlejuice" (1988), "Batman" (1989) und dem Erwachsenenmärchen mit Jonny Depp und Winona Ryder "Edward mit den Scherenhänden" (1990) bot er seine umwerfende Mischung aus Fantasie, Märchen und Grusel, die in späteren Filmen von ihm mehr oder weniger ausgeprägt immer wieder auftauchen sollte. Ideal ist daher auch der Animationsbereich geeignet, seine verrückten Ideen optisch umzusetzen. Zu ihm besitzt er schon wegen seines beruflichen Werdegangs eine hohe Affinität, denn schließlich hatte Burton bei Disney begonnen und neben der Mitarbeit an Filmen wie "Cap und Capper" oder "Taran und der Zauberkessel" mit "Vincent" (1982) einen sehr erfolgreichen Kurzfilm abgeliefert. Optisch und inhaltlich weist er darin klar auf seinen ersten abendfüllende Ausflug in das Genre Trickfilm. Als das "Grusical" schließlich realisiert wurde, lieferte er die Vorlage und betätigte sich als Produzent, aber die künstlerische Umsetzung übernahm der Stopmotion-Spezialist Henry Selick, den er aus seinen frühen Disney-Tagen kannte. Zwar gab es wohl einige Unstimmigkeiten zwischen den beiden kreativen Köpfen, aber Selick gelang mit seinen Puppen - tricktechnisch perfekt - ein Film, der optisch der verrückten Vorlage gerecht wurde und zu Recht den "Oscar" für die besten visuellen Effekte einheimste. Neben den schrillen Figuren überzeugten vor allem auch Hintergründe, die an die Kulissenbauten expressionistischer Filme wie zum Beispiel "Das Kabinett des Dr. Caligari" (1920) erinnern.

In der Stadt der Monster und Ungeheuer Halloween Town lebt auch der Kürbiskönig und Herr des Spuks Jack Skellington. Er ist ein im Anzug gekleidetes Skelett, das vom ewigen Warten auf Halloween, dem Highlight des Jahres, die Nase voll hat. Im Wald entdeckt er eines Tages einen geheimnisvollen Zugang, der den Weg nach Christmas Town öffnet. Hier ist alles anderes: Helligkeit, fröhliche, gut gelaunte Bewohner und buntes Treiben bestimmen diese Stadt. Jack schaut nicht nur neidisch auf diese andere Welt, sondern fasst den Entschluss, dass von nun an die Halloweener die Sache mit Weihnachten in die Hand nehmen sollten. Dazu überzeugt er nicht nur seine Mitbewohner, sondern lässt gleich noch den Nikolaus entführen, um an seiner statt als Nikki-Graus dessen Stelle einzunehmen. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn auf makaberem Humor spezialisierte Monster die Produktion von Präsenten übernehmen. Statt süßer Puppen springen abgehackte Köpfe aus den Schachteln und die Quietsche-Ente besitzt messerscharfe Zähne. Blankes Entsetzen und nackter Horror statt "Silent Night" sind bei den Beschenkten vorprogrammiert.
Da es sich um ein Grusical handelt wird nicht nur gesungen und getanzt, sondern es gehört auch eine Liebesgeschichte dazu. Hier ist es das aus Stofffetzen zusammengenähte Mädchen Sally, das heimlich in Jack verliebt ist und ihm schließlich aus der Patsche hilft. Zuvor jedoch wird das arme Mädchen zusammen mit dem Nikolaus zum unheimlichen Oogie Boogie Geist gesteckt, der die beiden foltert. Spätestens jetzt dürfte klar sein, dass Burton und Selick nicht an gruseligen Details sparen und der Film lieber zu Halloween als zu Weihnachten gesehen werden sollte.
Dank der liebevoll-grotesken Übertreibungen müssen die Zuschauen aber keine Angst vor anschließenden Alpträumen haben, denn es bleibt vor allem liebevoll versponnen und so steht auch einem Happy End nichts im Weg. Nach einem dramatischen Kampf zwischen Oogie Boogie und Jack kann nicht nur Weihnachten doch noch für die Kinder gerettet werden, sondern die Liebe kommt zudem zu ihrem Recht.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Film immer mehr zu einem Genre-Klassiker und erlebte sogar 2006 mit einer überarbeiteten 3D-Fassung eine Wiederaufführung. Burton war schon ein Jahr zuvor mit "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" zum makabren Trickfilm zurückgekehrt.
 

Originaltitel

The Nightmare before Christmas

Produktionsfirma

Touchstone Pictures, Skellington Productions Inc.

Produzenten

Tim Burton, Denise Di Novi

Regie

Henry Selick

Story/Drehbuch

Tim Burton, Caroline Thompson, Michael McDowell

Musik

Danny Elfman 

Jahr

1993

Länge

73 Minuten

Internetadresse

halloweentown.org/

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