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Copyright: Rex Entertainment

Perfect Blue

Es dauert und dauert und dauert bis ein erfolgreicher Anime mal den Weg ins deutsche Kino findet - oftmals schaffen es die Filme trotz internationalem Lob überhaupt nicht, einen deutschen Verleih zu finden. Bestes Beispiel ist "Prinzessin Mononoke", ein absoluter Megaerfolg in Japan, der dank Warner auch in den USA lief. In Deutschland konnte man den Film bisher höchstens auf Festivals anschauen. Andererseits ist bei Filmen wie Pokémon, von denen man sich einen Riesenreibach erhofft (was sich ja tatsächlich bewahrheitet hat), rasch eine deutsche Version in den Kinos.
"Perfect Blue" stammt noch aus dem Jahre 1997 und findet nur dank dem auf asiatische Filme spezialisierten Verleih "rapideyemovies" den Weg auf einige wenige Leinwände. Man musste schon Glück haben, den Film in einem Kino in der Nähe zu Gesicht zu bekommen - die meisten Interessenten werden wohl aufs irgendwann erscheinende Video/DVD zurückgreifen müssen.

Inhaltlich wird nicht die Baller-SF-Roboter-Martial Arts-Zerstörungsorgie geboten, die man aus vielen japanischen Animes kennt. Stattdessen wird eine Geschichte aus dem Genre "menschliches Schicksal/Phantastischer Thriller" erzählt. Das Mädchen Mima Kirigoe steht vor dem Ende ihrer Karriere als niedliches Pop-Idol der Band "Cham". Um dem drohenden Vergessen zu entrinnen, steigt Mima in die harte TV-Serie "Double Bind" ein.
Aber Mina ist in ihrer neuen Rolle als anspruchsvolle Schauspielerin unsicher und wird depressiv. Ihre Gefühle kommen noch mehr ins Wanken als sich mehr und mehr seltsame Vorfälle ereignen. Eine Art virtuelles Spiegelbild beginnt ein Eigenleben zu entwickeln, ihr detaillierter Lebenslauf taucht plötzlich im Internet auf, das Gefühl von Bedrohung und Verfolgung wächst.
Als dann der Film gesendet wird, werden die Vorgänge noch mysteriöser: Die Handlung des Films scheint sich in der Wirklichkeit zu wiederholen. Mina beginnt zunehmend an ihrem Verstand zu zweifeln. Ist sie vielleicht selbst lediglich eine Illusion?
Insgesamt ist "Perfect Blue" ein Thriller mit einer Reihe phantastischer Elementen, der dabei auch die japanische Realität schonungslos seziert. Damit sticht er nicht nur aus der Masse der japanischen Anime heraus. Psychologische Charakterzeichnung und Fragen wie "Was ist die Wirklichkeit und was ist Schein?" machen diesen Film zu einer echten Ausnahme im Bereich abendfüllender Zeichentrick. Vergleiche zu Filmen von David Lynch, Nicholas Roeg oder Alfred Hitchcock drängten sich daher den meist begeisterten Kritikern auf.

Originaltitel Perfect Blue
Produktion und Weltvertrieb Rex Entertainment Co. Ltd.
Regie Satoshi Kon
Produzenten Hiroaki Inoue, Masao Maruyama, Hitomi Nakagaki, Yoshihisa Ishihara, Yutaka Toga
Drehbuch Sadayuki Murai
Nach einer Idee von Hisashi Eguchi und dem Roman von Yoshikazu Takeuchi
Character Design Hideki Hamazu, Satoshi Kon
Musik Masahiro Ikumi
Jahr 1997
Länge 81 Minuten
Internetadresse www.rapideyemovies.de/movie_perfect_blue/credits.html

 

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