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Peter Pan: Neue Abenteuer in Nimmerland
Die Fortsetzung klassischer Disney-Filme auf Video ist inzwischen
ja nichts ungewöhnliches mehr. Seltener kommt es hingegen vor, dass so
ein Nachklapp zunächst in die Kinos kommt. Bei "Peter Pan" ist
dies der Fall. Zuvor hatte es bei Disney nur bei "Bernard und Bianca"
(1977 bzw. 1990) eine Ausnahme der Regel gegeben. Aber wie es aussieht werden
uns zwischen den "großen neuen" Filmen aus den Disney-Studios
in Zukunft auch immer mal billig in den TV- Trickfilmstudios produzierte
Fortsetzungen auf der Kinoleinwand präsentiert werden. Ordentliche Besuchszahlen
wie bei diesem Film (etwa 50 Millionen Dollar bei rund 20 Millionen Dollar Produktionskosten)
werden den Trend eher noch verstärken.
Eigentlich war "Peter Pan
2", das kurzzeitig (1999) komplett auf Eis gelegt wurde, ursprünglich
als reines Videoprojekt geplant. Iim Produktionsprozess entschied man jedoch,
dass der Film durchaus auch an den Kinokassen bestehen könnte. Allerdings
wurde mit reduziertem Marketingbudget die Werbetrommel gerührt und mit
weniger Kopien gestartet. Ebenso ist der relativ späte Starttermin in Deutschland
im September 2002 (USA: Januar 2002) ein weiteres Indiz dafür, dass der
Film geringere Unterstützung von Seiten Disneys erfährt.
Gerne werden Fortsetzungen genutzt, um die Handlung einige Jahre später
mit teilweise anderen Personen fortzuspinnen. So auch hier, denn jetzt steht
nicht mehr wie im Original von 1953 das Mädchen Wendy im Mittelpunkt. Ihre
Stelle nimmt jetzt die Tochter Jane ein. Hingegen sind natürlich immer
noch der tapfere Peter Pan, die kleine Fee Naseweis, die verwunschenen Jungs
und Erzbösewicht Käpt'n Hook samt dem trotteligen Smee mit
dabei.
Die Geschichte beginnt während des II. Weltkrieges in London,
also nicht gerade eine Zeit für ein idyllisches Familienleben wie noch
im ersten Teil. Wendy versucht ihre Kinder, mit schwärmerischen Abenteuergeschichten
aus Nimmerland aufzumuntern. Während der jüngere Sohn Danny ganz begeistert
davon ist, hält Jane diese Erzählungen für völligen Blödsinn
und sieht sie als Hirngespinste, die von der tristen und brutalen Realität
ablenken sollen.
Das ändert sich schlagartig als der Finsterling Käpt'n Hook auftaucht
und Jane entführt, denn er hält sie für Wendy - in Nimmerland
wird schließlich nicht gealtert. Aber wieder einmal erweist sich aber
Peter Pan als gewitzter als sein alter Widersacher und befreit die Kinder.
Trotzdem will die Realistin Jane nicht an ein Reich glauben, in dem kindlichen
Fantasien wahr werden. Vergeblich bemühen sich Peter und die mal wieder
eifersüchtige Fee Naseweis darum, ihr den naiven Glauben wiederzugeben
- erinnert etwas an die "Unendliche Geschichte", wo verrückte
Phantasie und Träumerei ja auch zunehmend schwanden. Hier muss die Feenkraft
von Naseweis dran glauben, wenn ein Kind nicht mehr an sie glaubt.
Natürlich wird schließlich alles gut: Jane gewinnt ihr kindliches
Gemüt zurück, Naseweise ihre Zauberkraft und gemeinsam können
sie sogar Peter Pan aus den Klauen von Käpt´n Hook befreien.
Man bemühte sich, das Flair des Original weitgehend zu bewahren. Dies wird
unter anderem mit dem traditionellen Art Work erreicht, bei dem handgezeichneter
Trickfilm überwiegt. Computereffekte kommen nur dezent zum Einsatz. Dann
findet die Handlung im bereits bekannten Nimmerland statt, mit vielen aus Teil
Eins bekannten Figuren. Über den Sinn oder Unsinn einige Figuren auszutauschen,
wie zum Beispiel das Krokodil gegen eine Krake, kann man trefflich streiten.
Insgesamt kommen so diejenigen, die das Original mochten auf ihre Kosten, aber
auch diejenigen, die erst bei Teil Zwei einsteigen, können der Handlung
problemlos folgen. Natürlich wird keine wirklich neue Geschichte erzählt
und ein gewisser "Video-Look" ist der Produktion anzumerken, so dass
das Original unerreicht bleibt. Aber insgesamt ist es ein unterhaltsamer Film
für die ganze Familie geworden, was Disney in letzter Zeit nicht immer
gelang.
Originaltitel |
Peter Pan-Return to Neverland |
Produktionsfirma |
Walt Disney Productions |
Produzenten |
Christopher Chase, Michelle Robinson, Dan Rounds |
Regie |
Robin Budd und Donovan Cook |
Drehbuch |
Temple Mathews; Carter Crocker |
Originalvorlage |
James Barrie (1904) |
Musik |
Joel McNeely |
Jahr |
2002 |
Länge |
72 Minuten |
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