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Pokémon 3: Im Bann des Unbekannten
Ich muss zugeben, dass ich mich geirrt habe: Den dritten Pokémon-Film
konnte ich mir bestenfalls als Videoveröffentlichung vorstellen.
Aber trotz sinkendem Interesse an
Pikachu & Co. scheint man
noch immer Potentiale bei einem Kinofilm sehen - die geringen
Produktionskosten dürften allerdings auch bei weniger Zuschauern
rasch wieder eingespielt sein. Ich bin gespannt, wie viele
Fortsetzungen ich hier noch vorstellen darf.
Das Drumherum zum Film hat schon Tradition: Es gibt neue
Sammelkarten und einen 22-minütigen Vorfilm ("Pikachu und
Pichu").
Im
ersten Teil mussten der Pokémon-Trainer Ash und seine
Freunde gegen den mächtigen Pokémon Mewtu die Erde retten. Im zweiten
Teil galt es den bösen Lawrence III davon abzuhalten, die
Macht an sich zu reißen.
Im dritten Teil gilt es - Überraschung, Überraschung - die
Menschheit zu retten bzw. sogar unsere Realität. Allerdings hat
man sich diesmal eine komplexere Geschichte einfallen lassen als
in den ersten beiden Teilen zusammengenommen.
Spencer Hale, der Vater des Mädchens Molly, ist bei seiner
Erforschung der mythischen Pokémon Icognito (im Original: Unown)
plötzlich verschwunden. Dieses mächtige, alte Wesen kann in 26
verschiedenen Formen existieren - typischer Fall von multipler
Persönlichkeit eben.
Diese 26 Formen repräsentieren dabei die 26 Buchstaben des
Alphabets - sehen in etwa auch wie Buchstaben aus ("Wie
Buchstabensuppe ohne Suppe", wie es im Film heißt). Aber
das wirklich besondere an diesem Pokémon ist, dass es auch Träume
wahr werden lassen kann. Die Idee, dass Buchstaben/Sprache unsere
Welt erst erschaffen haben findet sich durchaus in einigen
Religionsphilosophien wieder (siehe Bibel).
Doch zurück zum Film:
Die kleine Molly ist jetzt allein und träumt davon, ihren Vater
wieder zu sehen. Die Icognito erfüllen ihren Wunsch, indem sie ihr
eine Traumwelt erschaffen, in dem das Pokémon Entei - ein löwenartiges
Wesen mit weichem Herz - die Form ihres Vaters annimmt. Als Molly
nun auch ihre ebenfalls verschwundene Mutter zurückwünscht,
wird Entei losgeschickt, um Delia Ketchum, die Mutter
unseres Helden Ash zu entführen.
Vor den Augen von Ash und seinen Freunden wird seine Mutter
geschnappt und in Hales Haus gebracht, das sich in einen
undurchdringlichen Kristallpalast verwandelt hat. Natürlich
nimmt Ash den Kampf auf.
Der dritte Teil schwächelte an den Kinokassen noch deutlicher
als sein Vorgänger. Der erste Teil spielte alleine
in den USA fast 90 Millionen Dollar ein (Deutschland über 3,2
Millionen Zuschauer), bei Teil 2 waren es dann nur
noch die Hälfte: USA 45 Millionen Dollar Einnahmen und in
Deutschland 1,8 Millionen Zuschauer. Pokémon 3 blieb in Deutschland mit etwas
über 700.000 Besuchern deutlich unter der Millionengrenze (weltweit 68
Millionen). Das Ende
vom Boom ist also schon da.
Zwar wurde insgesamt mehr wert auf die Geschichte gelegt, aber
dennoch wird weiterhin nicht großes Erzählkino geboten. Auch
bleibt die Animation und das Design schwach, wobei im Gegensatz
zu Fernsehserie, knalligere Farben wenigstens etwas fürs Auge
bieten. Die Pokémon-Filme bleiben also weiter nur was für die weniger werdenden Fans.
| Originaltitel | Pokémon 3: The Movie - Spell of the Unown |
| Verleih | Warner Bros. Family Entertainment |
| Animationsstudio | Shogakukan Production Co., LTD |
| Regie | Kunihiko Yuyama (J); Michael Haigney (USA) |
| Produzent | Norman J. Grossfeld |
| Original-Drehbuch | Takeshi Shudo; Hideki Sonoda |
| Vorlage | Figuren von Satoshi Tajiri |
| Jahr | 2001 |
| Länge | 73 Minuten |
| Homepage | www.pokemon3derfilm.de |
