
Copyright: Disney/Pixar
Ratatouille
Man nehme eine große Portion handwerkliches Können, mische das
Ganze mit den deutlich weniger niedlichen Verwandten der Mäuse, eine absurde
Geschichte zum Thema "Haute Cuisine" beifügen, kurz aufkochen und dann heiß servieren. Damit diese seltsame Mischung
den Zuschauern mundet, ist es
vorteilhaft bei der innovativen Animationsschmiede Pixar angestellt zu sein.
Wieder einmal ist den CGI-Pionieren ein optisch völlig überzeugendes
Meisterwerk gelungen, für das erwartungsgemäß eine Reihe von Preisen eingeheimst wurden
(Golden Globe Award, Oscar bester Animationsfilm). Schließlich isst das Auge mit
und so wurde besonders darauf geachtet, die Texturen von Kleidung, Ausstattung
oder Gerichten so naturalistisch und
appetitlich wie möglich hinzubekommen. Man wünschte sich glatt das Geruchskino bei
solchen Filmen.
Im Gegensatz dazu werden die menschlichen Figuren karikaturenhaft überzeichnet,
aber natürlich werden Mimik, Gestik und Anatomie weitgehend realistisch
dargestellt. Nur die in der Natur nicht
so ganz niedlichen Ratten wurden dank der Überbetonung ihrer Augen und
Ohren deutlich ansehnlicher. Hinzu kommt das warme Herbstlicht und die Atmosphäre
von Alt-Paris - alle Bestandteile für ein schmackhaftes Mahl sind also
gegeben.
Doch bei aller Begeisterung für den optischen Genuss bleibt bei mir ein fader
Nachgeschmack. Dies liegt an erster Stelle daran, dass ich mich noch nie für
Kochsendungen interessieren konnte, die Fernsehzuschauer geradezu inflationär auf der
Mattscheibe verfolgen. Jetzt also noch eine animierte Kinoversion davon. Ganz so ist
der Film zum Glück dann doch nicht, aber bei aller Begeisterung für die
originelle Grundidee, Gegensätzliches miteinander zu vereinen, bleibt es in Gänze
dann doch zu wenig, wenn nicht weitere zündende Gags die Geschichte vorantreiben
und abrunden.
Hauptprotagonist ist die Ratte Rémy, die sich - anders als ihre Artgenossen -
nicht mit den vergammelten Überbleibseln unserer Konsumgesellschaft zufrieden
gibt, sondern daraus fein garnierte Köstlichkeiten schafft. Doch leider scheinen
die Geschmacksnerven der Artverwandtschaft bei weitem nicht so ausgeprägt zu
sein und so wird der tierische Bocuse als Spinner abgestempelt. Dies ändert sich
als es in der Küche eines Nobelrestaurants zu einer schicksalhaften Begegnung
mit einem Küchenjungen kommt. Dieser ist zwar redlich bemüht, aber nicht sonderlich
talentiert. Als Linguini, so heißt der verhinderte Starkoch, die Fähigkeiten von Rémy
erkennt, ist er bereit sich von ihm anleiten zu lassen. Versteckt unter der
Kochmütze - was da wohl unter den Mützen der anderen Köche so schlummert - lenkt
die Ratte von nun an den Tollpatsch fern und sorgt für wachsenden Ruhm.
Natürlich darf die Liebe des Schüchternen zu einer anderen Köchin nicht fehlen,
der wachsende Größenwahn des Unfähigen, der zum Zerwürfnis führt und ein
neidischer Gegenspieler in Gestalt des Küchenchefs Skinner. Nur dank der Hilfe des
solidarischen Rattenrudels steht dem kulinarischen Happy End mit Rettung des
Feinschmecker-Lokals dann doch nichts
mehr im Weg.
In Summe zwar ein Fünf-Sterne-Menü fürs Auge, aber durch den Mangel an originellem Humor gibt es dann doch nicht die Top-Bewertung.
Originaltitel |
Ratatouille |
Produktionsfirmen |
Pixar Animation Studios, Walt Disney Pictures |
| Produzent | Brad Lewis |
Regie |
Brad Bird, Jan Pinkava |
Drehbuch |
Jim Capobianco, Emily Cook, Kathy Greenberg,
Bob Peterson |
Musik |
Michael Giacchino |
Jahr |
2007 |
Länge |
111 Minuten |
