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Der Schwan mit der Trompete
Man ahnt nichts Gutes, wenn man sich das Plakat zu "Der Schwan mit der Trompete" anschaut. Der Verdacht erhärtet sich, wenn man erfährt, dass der Macher Richard Rich an einem der am wenigsten erfolgreichen Disney´s mitgewirkt ("Cap und Capper") und sich danach vor allem auf Video-Trickfilme wie "Die Schwanenprinzessin" verlegt hat. Vollends zur Gewissheit wird der Verdacht, wenn durch die Vorgeschichte des Films klar wird, dass er eigentlich zunächst als reine Video-Veröffentlichung geplant war.
Also ein Videofilm auf der großen Leinwand -
hier ist man dank der diversen Fernsehserien-Spin Offs in letzter
Zeit ja schon so einiges gewöhnt. Bei der " Der Schwan mit
der Trompete" kennen die meisten Zuschauer zumindest die
Figuren und die Geschichte nicht, die übrigens auf einem
Kinderbuch von E.B. White basiert. Er hat auch schon die
niedliche und schon zweimal animierte Maus "Stuart Little"
erfunden.
Diesmal ist also eine andere Tiergattung an der Reihe: Schwäne.
Da muss ich natürlich sofort an "Das hässliche Entlein"
denken, das dann zum schönen Schwan wird - hier geht es aber um
ein anderes Problem. Der kleine Trompetenschwan Louie ist stumm
und kann daher nicht mit seinen beiden musikalischen Schwestern
Ella und Billy mithalten. Jazzfreunde ahnen bereits, dass die
Namensgebung der Schwäne nicht ganz zufällig erfolgte: (Trompeter)
Louis (-"Satchmo" Armstrong) und die Sängerinnen Ella
(Fitzgerald) und Billie (Holliday) sind absolute Größen des
Jazz. Leider hört die Ähnlichkeit bei den Namen schon auf -
einen fetzigen Jazz-Trickfilm hat man sich dann doch nicht
zugetraut.
Louie, wird wegen seiner Stimmlosigkeit rasch zum frustierten
Einzelgänger. Das schmerzt ihn um so mehr, da er sich in die
anmutige Selina verliebt hat. Hoffnung keimt für ihn auf als er
Sam trifft, einen Jungen der seine Ferien am See verbringt - die
Geschichte spielt in der kanadischen Wildnis - und sich für das
Leben der Schwäne interessiert. Mit seiner Unterstützung lernt
Louie lesen und schreiben - dumm nur, dass dies die anderen Schwäne
nicht können. War also wieder nichts. Louis geschwätziger Vater
Alexander hat jedoch die zündende Idee und klaut für seinen
Sohn eine echte Trompete, damit er endlich mit anderen
kommunizieren kann.
Als der Vater jedoch wegen seines dreisten Raubes der Trompete
Gewissenbisse bekommt, macht sich "Der Schwan mit der
Trompete" auf, musikalisch Amerika zu erobern um das Geld für
seine Instrument zurückzuzahlen. In Boston gerät er zwar zunächst
an den Manager Monty, der ihn weidlich ausnutzt, aber einem Happy
End kann auch er nur kurz im Wege stehen.
Ziemlich verrückte Geschichte, aus der ein
gutes Team einen guten Animationsfilm hätte machen können.
Leider gab man sich mit einem wenig aufwendig gestalteten
Trickfilm für jüngere Zuschauer zufrieden. Die Hintergründe
verharren statisch, die Musik ist nichts sagend, die wenigen
witzigen Situation sind ein müder Abklatsch bekannter Standard-Witz-Situationen.
Bestenfalls jüngere Kinder können vielleicht Gefallen an den
blutleeren Charakteren finden, aber auch sie sind meist ein höheres
Niveau gewohnt. Ungewöhnlich ist nur die swingende, leicht jazzig
gehaltene Musik des Komponisten Marcus Miller, die aber auch
nicht wirklich überzeugt.
Wer das Geld für die Kinokarte sparen möchte, kann also getrost
auf das Video/DVD in seiner Videothek warten. Aber bitte nicht für
teures Geld kaufen.
Originaltitel |
The Trumpet of the Swan |
| Drehbuch | Judy Rothman Rofé |
| Vorlage | E.B. White |
Produktionsfirma |
Rich-Crest Animation |
| Produzenten | Paul J. Newman; Lin Oliver |
| Co-Produzenten | Terry L. Noss; Richard Rich; Thomas J. Tobin |
| Ausführender Produzent | Seldon Young |
| Regie | Richard Rich; Terry L. Noss |
| Musik | Marcus Miller und Pamela Phillips Oland |
| Jahr | 2001 |
Länge |
74 Minuten |
| Internetadresse | www.der-schwan-mit-der-trompete.de |
