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Shrek - Der tollkühne Held

"Shrek" - wer hätte gedacht, dass sich dieses Wort für Disney zu einem echten Alptraum entwickeln würde? Während das Mäuse-Imperium zur Zeit nicht so recht weiß, welchen Weg man in Zukunft einschlagen soll und das Management der Animationsabteilung unter heftigster Kritik steht, gelingt dem ehemaligen Kopf dieser Abteilung, Jeffrey Katzenberg, endlich der lang ersehnte große Erfolg bei seiner neuen Firma "Dreamworks SKG". Und das mit einem Film, den man als absoluten Anti-Disney (bzw. Anti-Märchen) sehen kann.
Das fängt an beim kleinwüchsigen Herrscher Farquaad, der in einem gigantischen Protzbau herrscht - "er hat wohl etwas zu kompensieren" - und bei dem man Ähnlichkeiten zu Michael Eisner, dem Chef von Disney, erkennen kann, wenn man denn will. Die Stadt, in der er herrscht, wirkt wie einer der nachgebauten propper-sauberen Städtchen in einem Themenpark von "Disney World". Die Versuche zu singen werden von Shrek knallhart unterbunden und als die Prinzessin mit einem Vögelchen singen will, endet dies rasch mit dem Tod des Vogels und seine Eier im Nest enden als Frühstück. Den musikalischen Hintergrund bildet stattdessen ein rockiger Songs. Und dann kommen Märchenfiguren aus fast allen bekannten Disney-Klassikern vor: Schneewittchen, Cinderella, Pinocchio, Tinkerbelle aus Peter Pan oder Robin Hood. Diesmal stehen sie jedoch nicht im Vordergrund, sondern werden im Gegenteil satirisch aufs Korn genommen.

Aber man kann den Film auch einfach als saukomische Satire auf alle kitschigen Märchenfilme und -motive sehen. Dazu kommen noch eine Reihe Zitate aus anderen Filmen. Die Geschichte beginnt als der große, hässliche Oger Shrek (warum man ihn im Deutschen nicht Troll nennt, bleibt Geheimnis der Synchronisation) sein Geschäft mit einem Märchenbuch erledigt. Gerade er wird aber zum widerwilligen Retter einer Prinzessin auserkoren als eines Tages seine Ruhe im Sumpf durch eine Invasion an Märchenwesen gestört wird. Schuld daran ist der kleinwüchsige, fiese Herrscher Farquaad, der alle Fabelwesen ins sumpfige Exil getrieben hat. Darunter auch ein anhänglicher stets quatschender Esel. Er heftet sich Shrek an die Fersen als sie losziehen, um im Auftrag von Farquaad die Prinzessin Fiona aus ihrem von einem Drachen bewachten Turm zu befreien.
In einer dramatischen und turbulenten Rettungsaktion zeigt sich nicht nur, dass der Drache tatsächlich eine Drachendame ist, sondern die Prinzessin nur auf den ersten Blick dem typischen "Nun rette mich mein Prinz"-Klischee entspricht. Auf dem Weg zurück gibt es dann noch einige brüllend komischen Szenen, in denen sich Oger und Prinzessin näher kommen.

Der Film ist wirklich urkomisch und man merkt ihm seine Freude an, mit der er die gängigen Märchenmuster auseinander- nimmt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist hingegen die seltsam spartanische Computeranimation. Bei Shrek und dem Esel wurde auf jedes Detail geachtet, die menschlichen Figuren wirken hingegen wie aus dem Marionettentheater oder bei Fiona, wie eine Barbiepuppe. Ein Grund mag darin liegen, dass der Film ursprünglich als Stop-Motion Film (wie z.B. "
Hennen rennen") geplant war. Auch die Hintergründe kommen teilweise nicht über Computerspiel-Niveau hinaus, dann wird aber an manchen Stellen gezaubert, was die Pixel hergeben. Immerhin arbeiteten über 275 Künstler am Film mit, die neben 6 Hauptcharakteren über 100 Nebenfiguren kreierten.
Der Film hatte seine Premiere auf dem Filmfestival in Cannes, wo bisher nur "Peter Pan" und "Der phantastische Planet" den Trickfilm vertreten durften. Doch diese PR-Aktion wäre wohl nicht nötig gewesen, denn "Shrek" war in den USA vom Startwochenende an ein Mega-Erfolg und ist mit 740 Millionen Dollar der dritterfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten weltweit. Im
DVD/Video-Bereich brach man in den USA ebenfalls den bestehenden Start-Verkaufsrekord mit über110 Mio. Dollar Einnahmen (nach drei Tagen!).
Preise gab es natürlich auch: Allein acht "Annies" erhielt der Monsterspaß und den ersten Animations-Oscar für einen Langfilm.
Bei geschätzten Produktionskosten von rund 50 Millionen Dollar war eine weitere gewinnträchtige Fortsetzung selbstverständlich.
 

Originaltitel

Shrek

Produktionsfirma

Dreamworks SKG; PDI

Regie

Andrew Anderson, Victoria Jenson

Produzenten

Aron Warner, John Williams, Jeffrey Katzenberg

Drehbuch

Ted Elliot, Terry Rossio , Joe Stillman, Roger S.H. Schulman

Vorlage

William Steig

Musik

Harry Gregson-Williams

Jahr

2001

Länge

80 Minuten

Homepage

movies.uip.de/shrek/home/index.html

 

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