Shrek 2
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Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück

Es kam nicht wirklich überraschend, dass der weltweite riesige Erfolg von "Shrek" eine Fortsetzung nach sich ziehen würde. Verblüffend war, dass man schon nach den ersten Test-Screenings selbstbewusst verkündete, dass weitere Fortsetzungen fest eingeplant seien. Marktstrategie oder feste Überzeugung mit den grünen Oger einen ersten Megastar des Computeranimation geschaffen zu haben?
Eher letzteres, denn der zweite Teil stellt den Erfolg des ersten Oscar-prämierten Spielfilms noch einmal deutlich in den Schatten. In den Staaten ließ er locker den Jesus-Film von Mel Gibson hinter sich, überflügelte lässig "Findet Nemo" als erfolgreichsten Animationsfilm und reiht sich in die Top 3 der Filme ein, die in den USA die Kassen am lautesten klingeln ließen. Hinzu kamen weltweit ähnliche Ergebnisse, so dass er derzeit Rang 7 (885 Millionen Dollar Einnahmen) bei den erfolgreichsten Filmen belegt. Jeffrey Katzenberg von "Dreamworks SKG" wird dies darin bestärken, die neue Erfolgsformel weiter auszubauen. Die da lautet: Perfekt animierte 3D-Animation mit einer humorvollen Geschichte, die sich eher an Erwachsene richtet, aber die Kids genauso begeistern kann. Übrigens haben die "Simpsons" das schon lange im Serienbereich vorgemacht.
Während "Findet Nemo" nach der Disney-Formel arbeitete, die ganze Familie dank der Kinder ins Kino zu locken, schaffte "Shrek" schon im ersten Teil eher Jugendliche und Erwachsene zu begeistern. Vielleicht sorgt er sogar dafür, dass die neue Generation der (computergenerierten) Trickfilme nicht wie die von Hand gezeichneten Filme, zunächst einmal als Kinderkram gesehen werden, sondern mehr Offenheit bei einem älteren Publikum finden. Ebenso wird er die anderen Animationsstudios weltweit darin bestärken, dass die Zukunft dem CGI gehört - und dies zu Recht, wenn man sich die Qualität von "Shrek 2" anschaut.
Es ist schon beeindruckend, welch flüssige Bewegungen, ausdrucksstarke Mimik und realistischen Detailreichtum Computeranimateure aus ihren Kisten hervorzaubern. Über 300 Experten schufen unter anderem die bisher größte Massenszene am Computer mit über 6000 Figuren. Aber nicht nur diese Szene überzeugt mit Details, sondern eine Vielzahl von Eindrücken machen einen zweiten Kinobesuch lohnenswert.
Zumindest den Kinobesuch des ersten Teils bzw. das Sehen der DVD setzen die Macher voraus, denn Teil 2 knüpft nahtlos ans Geschehen an und so manche Szene ist doppelt witzig, wenn man den Vorgänger kennt. Nach dem lieblichen Märchenbuch-Intro und einem tapferen Prinz, der zu spät kommt (den Spruch "Wer zu spät kommt....schenke ich mir hier), um Prinzessin Fiona zu befreien, geht es gleich mit witzigen Szenen aus Shreks Flitterwochen weiter. Bei ihrer Rückkehr zu Shreks Hütte im Sumpf, finden sie nicht nur den immer noch sehr redseligen Esel vor, sondern eine höfische Delegation bittet das junge Paar zu Shreks Schwiegereltern ins Königreich "Far Far Away", um sich den elterlichen Segen abzuholen.
War das Königreich des fiesen Herrschers Farquaad noch Disneyland nachempfunden, so bekommt diese Mal Hollywood sein Fett weg - inklusive Stretchkutsche und Promiaufmarsch. Der Empfang der beiden Oger ist jedoch mehr als frostig, denn eigentlich hatten sie eine rückverwandelte Tochter und einen schmucken Prinzen erwartet. Insbesondere der König ist über seinen neuen Schwiegersohn alles andere als angetan und dies nicht nur wegen seinem Aussehen und ungehobelten Sitten. Er steht in der Schuld der guten Fee, einer sehr resoluten und geschäftstüchtigen Frau, deren pummeliges Aussehen sich an den Feen bei "Cinderella" oder "Dornröschen" orientiert. Ihr stände allerdings mehr die Rolle der bösen Fee, denn sie ist maßlos ehrgeizig und will ihren Sohn - den schönen aber selbst verliebten Prinz Charming vom Anfang des Films - als Fionas Mann sehen. Deshalb muss Shrek beseitigt werden. Als Attentäter wird ein gnadenloser spanischer Edelmann angeheuert: Der gestiefelte Kater.
Wieder ein absoluter Geniestreich eine solch witzige und originelle Hauptfigur einzubauen, die sogar den Esel in den Schatten stellt. Fehlt nur noch Hund und Hahn, aber das wäre dann ein andere Geschichte.
Jedenfalls werden wieder eine Reihe von Märchen-Klischees durch den Kakao gezogen, es gibt jede Menge Filmzitate gespickt mit Witz, Tempo und einer Liebesgeschichte samt (nicht schnulzigen) Songs. Eigentlich alles wie im ersten Teil, aber noch besser animiert und mindestens genauso unterhaltsam. Leider konnte der eigentliche Erfinder des grünen Oger, der Illustrator und Autor William Steig, den weiteren Erfolg seiner Figur nicht mehr miterleben. Er starb im Oktober letzten Jahres im Alter von 95 Jahren. Sein kleines Kinderbüchlein "Shrek" aus dem Jahre 1990 hatte als Vorlage für den ersten Teil gedient.

 

Originaltitel

Shrek 2

Produktionsfirma

Dreamworks SKG; PDI

Regie

Andrew Anderson, Kelly Asbury, Conrad Vernon

Produzenten

David Lipman, John H. Williams, Aron Warner,  Jeffrey Katzenberg

Drehbuch

Andrew Adamson, Joe Stillman, J. David Stem, David N. Weiss

Vorlage

William Steig

Musik

Harry Gregson-Williams, Stephen Barton, Adam Duritz

Jahr

2004

Länge

93 Minuten

Homepage

www.shrek2.com

 

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