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Sinbad und Serena im Land der Nebelschleier
Die Märchen aus 1001 Nacht waren schon immer ein dankbares Thema
für den Zeichentrick. Neben "Aladdin und
die Wunderlampe", "Ali Baba und die 40 Räuber" gehören die spannenden Abenteuer des
tapferen Seefahrers Sinbad zu den beliebtesten Geschichten. Im Zeichentrick
machte er sich allerdings bisher eher rar. Neben einer kindlichen
japanischen Version gab es noch bestenfalls
mittelmäßige amerikanische Serien. In 2003 wird jedoch der
neue Trickfilm aus den
"Dreamworks"-Studios den unerschrockenen Abenteurer endlich auf die große
Leinwand bringen.
Vor einigen Jahren gab es aber schon einen Spielfilm, in dem Sinbad die
Hauptrolle spielte. Die amerikanisch-indische Produktion erreichte in den USA
nur eine Mini-Kino-Präsenz, bevor es dann rasch zur Videoveröffentlichung kam. Übrigens ist das
Bild auf dem Video-/DVD-Cover so was von grausig schlecht, dass ich lieber ein
anderes Bild ausgesucht habe. Die stiefmütterliche Behandlung des Films ist
schade, denn dieses etwas eigenwillige
orientalische Abenteuer wurde komplett als aufwändiger computeranimierter Trickfilm
produziert und hätte etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Im englischen Original
sprechen immerhin Brendan Fraser oder Leonard Nimoy die Rollen - Fans von "Raumschiff
Enterprise" werden diese Namen etwas sagen. Tatsächlich macht diese Besetzung
Sinn, denn in der phantastischen Geschichte werden Fantasy und eine typische SF-Story bunt
gemischt.
Der Beginn allerdings
ist noch ganz orientalisch-märchenhaft.
Die selbstbewusste Prinzessin Serena findet eines Tages am Strand einen
Schiffbrüchigen. Er stellt sich ihr als Zauberer Baraka vor. Wie sich bald
herausstellt ist er ein böser Vertreter seines Standes. Als er nämlich vor den Kalifen Chandra geführt wird,
führt er einen Körpertausch durch, den nur
Serena bemerkt. Während ihr Vater nun in Gestalt des Zauberers im Kerker auf seine Hinrichtung wartet, flieht
die verzweifelte Tochter zum Hafen. Sie will zum Land hinter den Nebelschleiern
gelangen, um dort ein Gegenmittel zu finden, um den bösen Zauberer zu entlarven.
Mit dem smarten Sinbad findet sie zwar einen wagemutigen, aber auch eher
skeptischen, jungen Schiffsführer, der widerwillig bereit ist die resolute
Serena in ihr Abenteuer zu folgen. Zunächst wie Katz und Hund freunden sie sich
doch an und erleben als Schiffbrüchige die fantastische Welt hinter den
Nebelschleiern. Es soll hier nicht zu viel verraten werden, aber die Geschichte
wandelt sich ab dieser Stelle zunehmend zu einer SF-Story voll
farbenprächtiger Lebewesen und Landschaften.
Dabei wurden besonders die Stärken der Computeranimation genutzt. Jedoch
scheiterten die Animatoren bei dem Versuch, die Menschen möglichst naturgetreu
hinzubekommen einmal mehr. Zwar wurden durch motion capture (Bewegungen echter
Schauspieler werden digitalisiert) versucht flüssige Bewegungsabläufe hinbekommen, aber
die Personen wirken dennoch in ihrer Mimik starr-puppenhaft und lassen einen damit auch
entsprechend kalt. Dafür wird in Farben, Formen und ungewöhnlichen Szenerien
geschwelgt, die auf Großleinwand sicherlich gut zur Geltung gekommen wären. Für
einen richtig guten Kinotrickfilm fehlt es allerdings auch an Humor, sympathischen
Nebenfiguren und einer wirklich packenden Story. Alles Probleme, die der
ebenfalls ambitionierte computeranimierte SF-Film "Final Fantasy" auch nicht in den
Griff bekam.
Insgesamt bietet der Film passable Unterhaltung in teilweise gelungener
optischer Umsetzung - das ist mehr als man von der Mehrheit der Animationsfilme
behaupten kann.
| Originaltitel | Sinbad: Beyond the Veil of Mists |
| Produktionsfirma | Pentafour; Improvision Corporation |
| Produktionsland | USA-Indien |
| Produzenten | Sriram Rajan; G.V. Babu (Co-Produzent) |
| Regie | Evan Ricks; Godon Hunt; Alan Jacobs |
| Drehbuch | Jeff Wolverton |
| Musik | Chris Desmond |
| Jahr | 1999 |
| Länge | 83 Minuten |
| Internetadresse | www.moves.com/film/singall.html |
