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Sonny, der Entendetektiv
Aus den skandinavischen Ländern kamen immer
wieder liebevoll gemachte Animationsfilme für jüngere Kinder:
Pelle Schwanzlos (Schweden 1981), Samson und Sally (Dänemark
1984), Valhalla (Dänemark 1986), Die Reise nach Mellonia (Schweden
1989) oder in den letzten Jahren erfolgreiche Co-Produktionen wie
Pippi Langstrumpf (Deutschland/ Kanada/ Schweden 1989),
Pettersson und
Findus (Deutschland/Schweden 1999) oder
Hilfe! Ich
bin ein Fisch (Deutschland/ Dänemark
2000).
Bisher fehlte jedoch noch ein skandinavisches Land - neben
Finnland - mit einem abendfüllenden Kinotrickfilm: Norwegen. Das
hatte sich bereits 1998 mit "Sonny, der Entendetektiv"
geändert, doch erst im Sommer 2001 lief diese norwegisch-
schwedische Koproduktion dann auch in deutschen Kinos.
Die Geschichte basiert auf einem Kinderbuch von Kjell Aukrust,
der auch am Drehbuch mitgearbeitet hat. Es geht um eine Ente -
diesmal aber nicht um Donald Duck oder "Das hässliche
Entlein" - sondern um einen tierischen Schnüffler. Sonny
ist ein berühmter Detektiv und ein echter Lebemann, denn seine
Kennzeichen sind eine dicke Zigarre und ein Glas Wein - also
nicht gerade ein kindgerechtes Vorbild. Ihm zur Seite steht sein
treuer Helfer, das traurige Stachelschwein Ludwig.
Eines Tages wird Sonny von der reichen Witwe Stengelfön
beauftragt, einen ungewöhnlichen Fuchsschwanz zu besorgen.
Dieser Schwanz prangt nämlich an einem besonderen Hinterteil,
dem eines Gnoms.
Der Gnom Gurin lebt hoch in den Bergen und spielt dort den
Bewohnern lustige Streiche. Doch eines Tages treibt er seine Späße
zu weit als er seiner Großmutter alle Pfannkuchen mopst. Als
Strafe für seine freche Tat bekommt der Dieb einen buschigen
Fuchsschwanz verpasst. Auf diesen besonderen Schwanz ist also die
reiche Pelzsammlerin Stengelfön scharf.
Zwar lehnt Sonny ihren Auftrag ab, macht sich aber trotzdem auf
den Weg, Gurin zu suchen und ihm zu helfen. Genauso hat die Witwe
ihren Plan nicht aufgegeben, den Gnom zu finden. Es entwickelt
sich eine abwechslungsreiche Jagd nach dem Fuchsschwanz.
Der Regisseur John M. Jacobsen ist einer
der bedeutendsten Filmproduzenten Norwegen, so geht unter anderem
"Pathfinder", der auch für einen Oscar nominiert wurde,
auf sein Konto. Auch bei seinem ersten Trickfilm hat Jacobsen mit
dem üblichen Disney-Schema nichts im Sinn und stattdessen einen
Film mit eigenwilligen Helden und einer relaxten Stimmung
geschaffen. Die Atmosphäre erinnert dann auch mehr an "Agaton
Sax" als z.B. an "Basil, der Mäusedetektiv".
Der Film zielt auf ein deutlich jüngeres Publikum als es die
meisten Animationsfilme aus den großen amerikanischen Studios
heute tun. Ob die Kinder und deren Eltern jedoch, durch Disney
und diverse TV-Serien an andere Kost gewöhnt, noch bereit sind,
sich auf einen eher untypischen Kinderfilm einzulassen, darf
bezweifelt werden.
| Originaltitel | Solan, Ludvig og Gurin med reverompa |
| Co-Produktion von | Filmkameratene; AB Svensk Filmindustri |
| Regie | John M. Jacobsen, Nille Tystadt |
| Produzent | John M. Jacobsen |
| Vorlage | Kinderbuch von Kjell Aukrust |
| Drehbuch | Kjell Aukrust, Vibeke Idsöe |
| Musik | Kjetil Bjerkestrand |
| Jahr | 1998 |
| Länge | 80 Minuten |
| Homepage | www.nfi.no/nf99/gurin.htm |
