Southpark-Film
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South Park - Der Film
Größer - länger und un(g)beschnitten

Es war fast zwangsläufig im Jahre 1999: Hatte eine Trickserie im Fernsehen Erfolg, gab es schon wenig später einen Kinofilm dazu. Bisher sind nur die "Simpsons" noch nicht auf der Kinoleinwand aufgetaucht, aber die Gerüchte halten sich.

Jetzt aber zu Trey Parkers und Matt Stones trashiger Trickserie. In Amerika ist "South Park" seit 1997 absoluter Kult, denn die Serie pfeift auf jedwede political correctness und tritt dem guten Geschmack ständig in den Hintern. Dazu passend eine Trickfilmtechnik, die Disney schon in den zwanziger Jahren (vordergründig) besser hingekriegt hat. Bei "South Park" wird konsequent auf einfachste Ruckel-Tricktechnik ("Cut and Paste", aber am Computer erstellt) mit naiven Zeichnungen gesetzt. Diese niedlich-primitive Animation steht im drastischen Kontrast zum Inhalt.

Nun also "South Park" im Kino. Geändert hat sich eigentlich nichts. Die Primitiv-Animation kann man jetzt in Großaufnahmen bewundern und die Geschichte ist wie immer ziemlich geschmacklos und bitterböse. Es geht um einen Konflikt zwischen den USA und Kanada, der sich am Film "Terrance & Phillip: Feurige Ärsche" entzündet (Der Titel sagt schon alles). Die Eltern sind entsetzt, dass ihre "lieben(?)" Kleinen durch den Film völlig versaut werden und noch schlimmere Ausdrücke benutzen. Die militanten Proteste der Eltern und ihrer Organisation "Mütter gegen Kanada" eskalieren schließlich bis zum Krieg gegen die Kanadier. Die bekannte "South Park"-Clique Cartman, Kyle und Stan gehen daraufhin in den Untergrund - da ist Kenny bereits. Wie in fast jeder Folge, so wird er auch hier getötet, nur diesmal erfährt man von seinem weiteren Schicksal in der Hölle. Hier trifft er auf einen Saddam hörigen Luzifer. In einigen dieser Sequenzen kommt etwas aufwendigere Computer- animation zum Einsatz. Scheinbar wollte man die Produktionskosten noch etwas nach oben treiben.
Während die Kriegshysterie im Städtchen South Park wächst und die beiden Hauptdarsteller Terrance und Phillip öffentlich hingerichtet werden sollen, droht jetzt sogar das Armageddon und es ist der getötete Kenny, der die Menschen rettet. Gesungen wird auch ständig, denn das ganze soll schließlich ein Musical sein.

Für die Fans von "South Park" wurde also wieder alles geboten. Drastische Handlung und Wortwahl, aber auch jede Menge Kritik am American Way of Life (Waffenfetischismus, Militarismus, Todesstrafe, vordergründige moralische Empörung usw.) lassen die Fans jubeln und die Kritiker sich mit Grausen abwenden. Langweilig ist der Film jedenfalls nicht und die Musik kann überzeugen. Sogar eine Oscar-Nominierung gab es für den besten Originalsong "Blame Canada".
Insgesamt hat "South Park" in Deutschland bei weitem eine kleinere Fangemeinde, die in einen solchen Kinofilm strömt. Das liegt sicherlich zum einen an den amerikanischen Themen, der späten Sendezeit der Serie und daran, dass man dank den "Werner"-Filmen oder "Das kleine Arschloch" schon selber einige Grenzen des guten Geschmacks ausgelotet hat. Trotz diverser deutscher Fanseiten im Web, blieb deshalb der Erfolg von "South Park" an den deutschen Kinokassen mit rund 540.000 Zuschauer doch ziemlich bescheiden.

Originaltitel South Park: Bigger, Longer and Uncut
Produktionsfirmen Paramount Pictures und Warner Brothers
Produzenten Trey Parker, Matt Stone
Regie Trey Parker
Drehbuch Trey Parker, Matt Stone, Pam Brady
Musik und Texte Marc Shaiman; Trey Parker
Deutsche Synchrosprecher u.a. Heinz Hoenig, Heiner Lauterbach, Guildo Horn, Lilo Wanders
Jahr 1999
Länge 80 Minuten
Internetseite www.southparkmovie.com ; www.southpark-deutschland.de

 

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