
Copyright: Warner Bros.
Space
Jam
Hatte man sich in dem Film "Falsches Spiel
mit Roger Rabbit" (1988) zum Ziel gesetzt, eine möglichst
perfekte Verschmelzung von Trick- und Realfilm zu kreieren (was
auch weitgehend gelang), so sollte bei "Space Jam" die
Kombination von bekannten Trickfilm-Figuren und einem beliebten
Sportler den großen Erfolg bringen.
Es ist deshalb nicht ganz auszumachen, welcher Faktor den Film
letztendlich zu einem Kassenhit gemacht hat:
War es die Bekannt- und Beliebtheit des Basketball-Spielers
Michael "Air" Jordan oder die von den Fans lang ersehnte
Rückkehr der Warner-Cartoon Stars
Bugs Bunny & Co. auf die große Leinwand? Sicherlich trug aber
auch eine witzige Story, die sauber animierten Trickszenen und
die gelungene Mischung aus Real- und Trickfilm mit zum weltweiten
Erfolg bei. Dass der Song "I Believe I Can Fly" von R.
Kelly sogar einen "Grammy" bekam, war dann das Tüpfelchen
auf dem I.
Die Story beginnt auf einem fernen Planeten. Hier gibt es den
Freizeitpark "Moron Mountain", der stets auf der Suche
nach neuen Attraktionen ist. Man entdeckt zufällig Bugs Bunny
und seine Trickfreunde und entführt sie kurzerhand. Bugs fordert
daraufhin die Aliens zu einem Basketball-Spiel um die Freiheit
heraus. Die Wette wird angenommen und nun gilt es, eine
untrainierte Truppe chaotischer Trickfilm-Figuren zu einem
unschlagbaren Basketball-Team zu formen.
Das ist aber nicht das einzige Problem, denn die Aliens spielen
falsch und saugen bekannten Spielern ihr Talent ab. Hier kann nur
noch der weltbeste Basketball-Spieler Michael Jordan helfen. Der
hat aber dummerweise vor, seine Karriere zu beenden und sich Baseball
zuzuwenden. Natürlich schafft es Bugs Bunny ihn doch noch zum
Trainieren der Toons zu bewegen und die Sportfans kommen noch in
den Genuss, Jordan spielen zu sehen.
Man sollte schon etwas mit Basketball anfangen können - muss
aber nicht unbedingt Fan dieser Sportart sein - um diesen Film zu
mögen. Auch die Befürchtung, dass Sportler nicht unbedingt
schauspielern können erweist sich zwar nicht völlig unbegründet,
aber insgesamt macht Jordan seine Sache ganz ordentlich. Etwas störend
war seinerzeit die ziemlich aggressive Vermarktungsstrategie des
Films. Bugs Bunny sprang schon im Werbefilm für "Nike"
mit Jordan über den Platz - der Spot-Regisseur Joe Bytka durfte
prompt auch im Film Regie führen. Es folgte eine Flut von
Merchandising-Artikeln und der Medien-Konzern Warner ließ nichts
aus, um die rund 100 Million Dollar Produktionskosten wieder
hereinzuholen. Knapp über 90 Millionen Dollar Einnahmen in den
USA und 2,1 Millionen Besucher in Deutschland machten den Film zu
einem passablen Erfolg.
Hier und da etwas weniger Schmalz und dafür mehr freche Anarchie hätten dem
Film zwar gut getan, aber insgesamt blieb das Ergebnis sehenswert. Es dauert
dann sieben Jahre bevor die
"Looney Tunes -Back in Action" auf den Kinoleinwänden waren. Die neu eingeführte,
selbstbewusste Hasendame (erinnerte etwas an Babs aus den "Tiny Toons")
kam dann leider nicht mehr zum Einsatz.
| Originaltitel | Space Jam |
| Produktionsfirma | Warner Bros.
Animation, Northern Lights Entertainment Courtside Seats Productions |
| Regie | Joe Pytka (Live-Parts) und Tony Cervone/Bruce W. Smith (Animation) |
| Produzenten | Ivan Reitman, Joe Medjuck, Daniel Goldberg |
| Drehbuch | Leo Benventuti, Steve Rudnick, Timothy Harris, Herschel Weingrod |
| Musik | James Newton Howard |
| Darsteller | "Looney Tunes" und Michael Jordan, Bill Murray und andere |
| Jahr | 1996 |
| Länge | 88 Minuten |
| Internetseite | 212.112.179.250/movie-inside/trailer-archiv/s/space_jam.htm |
