kommando stoerte
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Kommando Störtebeker

Die Geschichte der Ottifanten ist stark mit der des deutschen Blödelstars Otto verknüpft. Der Komiker Otto Waalkes hatte als Art Maskottchen einfach gezeichnete Elefanten auf seinen Plattencovern - seine Firma nannte sich dann auch bezeichnenderweise "Rüssel-Records".
Irgendwann kam man auf die Idee, den Erfolg von Otto auch für seine Ottifanten auszuschlachten. Neben den üblichen Merchandising-Artikeln entstand ein Comic, dessen Kurz-Strips inzwischen in über 40 Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Ottifanten-Familie Bommel. Diese waren dann auch die Hauptpersonen einer kurzlebige
Trickserie. Schon zu dieser Zeit war der Stern der Komikers Otto stark gesunken und die Serie war, trotz einiger Wiederholungen in der Folgezeit, nie der wirklich große Knaller.
Dennoch muss der Produzent Michael Schaak (der auch die Serie produzierte) an einen weiteren Erfolg der Ottifanten geglaubt haben, denn über sieben Jahre nach der Serie kommt nun der Kinofilm. Bislang hatte Schaak ein gutes Näschen bei der Wahl seiner Trickfilm-Projekte, denn auf sein Konto gehen solche Erfolge wie "
Werner", "Das kleine Arschloch" und "Käpt`n Blaubär".
Diesmal übernahm er jedoch nicht die Regie - sie wurde der Kino-Debütantin
Ute von Münchow-Pohl überlassen - sondern fungierte als Produzent. Dem Trash-Humor bleibt auch sein neues Projekt verhaftet, aber den Erfolg früherer Filme wird Schaak nicht einheimsen. Otto, der hier - wie schon in der Serie - Baby Bruno Bommel spricht, ist kein echter Kassenmagnet mehr. Das hatte auch sein letzter Kinofilm gezeigt.
Der stets von Pech und eigener Unfähigkeit verfolgte Papa Paul Bommel hat stolze 30.000 DM beim Schweinerennen verzockt. Was die Sache noch ärgerlicher macht ist, dass das Geld seinem Chef Kaluppke gehört. Jetzt gilt es also rasch an viel Knete zu kommen. Hier kommt gerade die Schatzkarte vom berühmten Piraten Klaus Störtebeker (1401) recht, die Opa Bommel auf dem Speicher gefunden hat. Bloß - wie sich das gehört - fehlt der zweite Teil des Pergaments. In Hamburg, wo Opa die Karte vor 75 Jahren erhalten hatte, war bei einer Wirtshausklopperei ein Stück abgerissen worden. Paul, Opa und Baby Bruno samt Honk, dem Plüschteddy, machen sich also nach Hamburg auf.
Natürlich landet man - Klischee läßt grüßen - mitten auf der Reeperbahn und trifft dort auf Sado-Maso-Clubs, Freudenmädchen und schwere Jungs. Dann kommt noch eine James Bond-Aufnahme (die tatsächlich in Hamburg stattfand) und die Schickimicki-Insel Sylt mit ins Spiel. Das alles wird mit einigen Insider-Gags und plumpen Hauruck-Humor präsentiert und ist eher nichts für Kinder. Aber auch Kids und Erwachsene sollten diesen unnötigen Film tunlichst meiden. Denn weder die Animation haut um noch kann die Story 80 Minuten tragen. Flaue Witzchen geben der Geschichte dann den Rest.
Ottos dümpelnder Karriere wird das sicherlich keinen neuen Schub geben und Michael Schaak wünscht man das nächste Mal wieder ein glücklicheres Händchen bei Wahl seines Stoffes.
 

Produktionsfirma

TFC-Trickfilmcompanie, CLT-UFA International

Produzent

Michael Schaak, Thomas Walker, Hans Otto Mertens

Ausführender Produzent

Edwin Leicht

Regie

Ute von Münchow-Pohl

Drehbuch

Ulli Arndt, Gunther Baars, Ulrich Tormin

Musik

JP Genkel

Titelsong

Steffan Raab/Bürger Lars Dietrich

Jahr

2000/01

Länge

81 Minuten

Internetseite

www.kommando-stoertebeker.de

 

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