titan
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Titan A.E.

Wir haben uns erst so langsam mal an das zweite Millenium gewöhnt und schon entführt uns die Science Fiction ins dritte Jahrtausend. Die Handlung des Films "Titan A.E." beginnt im Jahre 3028. Die Menschheit hat den Sprung zur Eroberung des Weltalls geschafft, als plötzlich die Erde von einer außerirdischen Macht attackiert wird.
Die unheimlichen Energiewesen Drej zerstören mit ihren gigantischem blauen Mutterschiff unseren Heimatplaneten samt Mond - die Explosion ist tricktechnisch mit einigen schönen computeranimierten Weltall-Szenerien einer der Highlights des Films. Nur wenigen Menschen gelingt vor der Zerstörung die Flucht. Darunter sind auch der junge Cale, der von seinem Vater, dem Offizier Tucker, noch rechtzeitig in ein Evakuierungsschiff gebracht wird. Vor dem Abflug erhält Cale einen Ring von seinem Vater samt Versprechen, dass er bald wiederkommen werde. Aber Tucker verschwindet spurlos bei dem Versuch, das legendäre Raumschiff "Titan" zu retten, das die letzte Hoffnung der Menschen darstellt.

Zeitsprung

15 Jahre später (kurz: 15 A.E. - after Earth) vegetieren die traurigen Reste der Menschheit im All zerstreut ihrem endgültigem Ende entgegen. Cale zu einem aufsässigen Jugendlichen herangewachsen, arbeitet als einziger Mensch auf einer Bergungsstation im Weltraum unter Aliens. Sein Leben ändert sich schlagartig als eines Tages das Raumschiff "Walküre" auftaucht. Der Captain des Schiffes ist der draufgängerische Korso, der noch Cales Vater kannte. Durch ihn erfährt Cale mehr über seinen Vater und den geheimnisvollen Ring, den er von seinem Vater bekam. Dieser Ring ist der Schlüssel zum verschwundenen Raumschiff "Titan".
Natürlich tauchen jetzt auch die Drej auf und wollen diese letzte Chance der Menschen ebenfalls vernichten. Cale ist zunächst nicht bereit, sein Leben für die Menschheit einzusetzen. Schließlich macht er sich aber, unterstützt von Korso und der Mannschaft des Raumschiffes "Walküre" (dem Mädchen Akima und den Außerirdischen Preed, Gune und Stith), auf zu einem abenteuerlichen Wettrennen zum Raumschiff "Titan".

Mit diesem SF-Trickfilm wollte "Fox" einmal mehr "Disney" Paroli bieten - und scheiterte komplett. Dabei hatte man im Vorfeld eigentlich alles richtig gemacht. Mit den Regisseuren Don Bluth und Gary Goldman (u.a. "Feivel, der Mauswanderer",  "Land vor unserer Zeit" ) nahmen sich zwei alten Hasen des Stoffes an. Die beiden hatten schon für "Anastasia" (1997) mit Fox zusammengearbeitet und waren nun für Art Vitello eingesprungen. Diesmal kamen jedoch weit mehr aufwendige Computeranimationen zum Einsatz und wurden mit klassischem Zeichentrick gemischt. Dabei wurden nur die Menschen und "guten" Aliens von Hand gezeichnet, während die unmenschlichen Drej und der lebensfeindliche Weltraum samt kalter Technik zum größten Teil dem Computer entsprang.
Als Designer für Landschaften und Raumschiffe holte man sich ebenfalls erfahrene Leute wie Paul Martin Smith und David Dozoretz ("Star Wars: Episode 1"), Bruce Zick ("Das große Krabbeln") oder Steve Burg ("X-Men", "Terminator 2"). Mit 300 Zeichnern ging man ans Werk und die Produktionskosten summierten sich schließlich auf rund 80 Millionen Dollar.
Doch weder Kritiker noch Publikum mochten den Film besonders. Die Kritik bemängelte vor allem die vorhersehbare, hektische Story mit eindimensionalen Charakteren und dass einfach von allem zu viel geboten wird. Die Computer-Effekte sind beeindruckend und zeigen teilweise umwerfende Weltraumlandschaften. Gelungen sind auch die meisten Aliens, insbesondere die blau-durchsichtigen Drej sind schön umgesetzt. Als etwas problematisch erweist sich einmal mehr die Verbindung von am Computer gestalteten Hintergründen/Effekten und herkömmlich animierten Personen - auch wenn sie diesmal dramaturgisch klug eingesetzt wird. Doch das größte Problem stellt die Story dar. Die Geschichte ist vorhersehbar, sprunghaft und man erwischt sich dabei, dass man denkt "Als SF-Abenteuer mit echten Schauspielern wäre der Film okay". Dagegen leidet man bei den coolen gezeichneten Charakteren nicht mit.
Ergebnis: In den USA floppte der Film gnadenlos und auch in Deutschland kam man auf keinen grünen Zweig. Wieder erwies sich ein SF-Zeichentrickfilm für Erwachsene als Kassengift. Schon "Heavy Metal F.A.K.K. 2" und "Der Gigant aus dem All" waren ja an den Kinokassen gescheitert. Und mit "Der Schatzplanet" stand Disney ein ähnliches finanzielles Desaster ins Haus. Der Misserfolg des Films in den USA (gerade mal 22,75 Millionen eingespielte Dollar) führte sogar zur Schließung der Trickstudios von "Fox", in denen der Film produziert worden war.
Es sind in unserem Jahrtausend also doch eher die ökonomischen Zwänge und nicht die Aliens, die die Zerstörungen bringen.

Originaltitel Titan A.E. (Arbeitstitel: Planet Ice)
Produktionsfirma 20th Century Fox; Don Bluth
Produzenten David Kirschner, Don Bluth, Gary Goldman
Regie Don Bluth, Gary Goldman
Drehbuch Ben Edlung, John August, Joss Whedon
Story Hans Bauer und Randall McCormick
Musik Graeme Revell
Jahr 2000
Länge 96 Minuten
Internetadresse www.titanae.de/flash4print.html

 

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